Ski Alpin: Dritter in Beaver Creek: Abfahrer Dreßen sorgt für Sensation

Sensation durch Thomas Dreßen: Der 24-Jährige rast mit Platz drei in Beaver Creek als erster Deutscher seit 13 Jahren auf ein Abfahrtspodest.

Sensation durch Thomas Dreßen: Der 24-Jährige rast mit Platz drei in Beaver Creek als erster Deutscher seit 13 Jahren auf ein Abfahrtspodest.

"Jaaa!" Thomas Dreßen riss beide Fäuste in den strahlend blauen Himmel über der "Raubvogelpiste" von Beaver Creek und schrie seine unbändige Freude heraus. Dritter! Dem 24-Jährigen war schnell klar, dass er mit seinem wilden Ritt über die berühmt-berüchtigte "Birds of Prey" eine Sensation gelandet hatte.

Und was für eine! Besser als Dreßen bei der überaus anspruchsvollen Weltcup-Abfahrt in den USA war ein Deutscher in der Königsdisziplin zuletzt vor 13 Jahren gewesen.

Am 18. Dezember 2004 gewann Max Rauffer in Gröden, sechs Jahre später stand Stephan Keppler dort beim Super-G als bislang letzter Deutscher in einem Speed-Rennen auf dem "Stockerl" - bis nun Dreßens Stunde schlug.

"Ich weiß noch gar nicht, was ich sagen soll. Es ist echt ein Traum", sagte er im ORF: "Darauf arbeitet man von klein auf hin, dass man mal aufs Podest kommt. Und jetzt ist es passiert."

Dreßen, mit Startnummer zehn ins Rennen gegangen, ließ sogar den späteren Sieger Aksel Lund Svindal zittern. Bei der zweiten Zwischenzeit lag der Mittenwalder 0,28 Sekunden vorne, im Ziel fehlten ihm 0,49 Sekunden auf den "Speed King", der das prestigeträchtige Rennen als erster Athlet zum vierten Mal gewann. Dritter wurde Beat Feuz.

Dreßen: "Die Fahrt war nicht verkehrt"

Als Dreßen mit dem Weltmeister aus der Schweiz und Olympiasieger Svindal zum Siegerfoto posierte, lächelte er etwas ungläubig in die Kameras.

"Mit diesen Größen auf dem Podest zu stehen, ist Wahnsinn! Vor fünf Jahren saß ich noch vor dem Fernseher und habe davon geträumt, dass ich mit denen überhaupt mitfahren darf", sagte er.

Andreas Sander zeigte ebenfalls eine starke Leistung und wurde Siebter. Ein besseres Duo hatte der DSV bei einer Weltcup-Abfahrt zuletzt im Januar 1992: Damals gewann Markus Wasmeier in Garmisch-Partenkirchen, Hansjörg Tauscher wurde Dritter. Sepp Ferstl belegte in Beaver Creek eingeschränkt von Knieproblemen Platz 26.

Dreßen schon in der vergangenen Saison stark

Dreßens Coup kam nicht völlig aus dem Nichts. Bereits in den beiden vergangenen Wintern, seinen ersten kompletten im Weltcup, deutete er sein Talent mehrfach an.

Im Februar wurde Dreßen guter Zwölfter der WM-Abfahrt, knapp zwei Wochen später fuhr er in Kvitfjell als Sechster erstmals in die Top 10 im Weltcup.

In dieser Saison holte er mit zwei 14. Plätzen in Lake Louise das Olympia-Ticket gleich zum Auftakt, am Freitag war er im Super-G von Beaver Creek bereits Zehnter.

"Wir haben super Trainer, das ist ganz wichtig. Wir haben viel Spaß in der Truppe", sagte er: "Es ist die letzten Jahre viel passiert bei uns und vorwärtsgegangen. Ich hoffe, dass es so weitergeht."

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