Ski Alpin: Brunner verspielt Podestplatz, Shiffrin siegt souverän

Die Ski-Show von Michaela Shiffrin ist auch im Riesentorlauf von Kranjska Gora weitergegangen. Trotz leichter Erkrankung gewann die junge Amerikanerin am Samstag vor Weltmeisterin Tessa Worley (FRA) ihr bereits 39. Weltcuprennen. Stephanie Brunner verpasste als Fünfte ihr erstes Podest und auch das erste der ÖSV-Damen seit März 2016 wieder einmal hauchdünn, diesmal fehlten fünf Hundertstel.

Die Ski-Show von Michaela Shiffrin ist auch im Riesentorlauf von Kranjska Gora weitergegangen. Trotz leichter Erkrankung gewann die junge Amerikanerin am Samstag vor Weltmeisterin Tessa Worley (FRA) ihr bereits 39. Weltcuprennen. Stephanie Brunner verpasste als Fünfte ihr erstes Podest und auch das erste der ÖSV-Damen seit März 2016 wieder einmal hauchdünn, diesmal fehlten fünf Hundertstel.

Während die Tirolerin schon Übung darin hat, ihre Enttäuschung wegzustecken, gehen einem für Shiffrin langsam die Superlative aus.

Der Ski-Superstar gewann auch sein drittes Rennen im neuen Jahr, das schon achte insgesamt bisher in der Olympiasaison. Mit 1.181 Punkten hat die Amerikanerin nach 17 Rennen bereits doppelt so viele Zähler auf dem Konto wie die erste "Verfolgerin" Viktoria Rebensburg (GER/534), der Shiffrin in Slowenien auch die Führung im Disziplinen-Weltcup abknöpfte.

Shiffrin trotzt allen Widrigkeiten

Und das, obwohl Shiffrin ein Magen-Darm-Virus plagt und sie im zweiten und von Lara Guts Vater Paul fast schon Super-G-schnell gesetzten Kurs nur auf die 21. Laufzeit kam. Dass Shiffrin zur Halbzeit mit 0,86 Sekunden einen so großen Halbzeit-Vorsprung wie noch nie im RTL gehabt hatte, half aber deutlich. "Ich bin sicher nicht bei hundert Prozent, und der zweite Lauf war ein einziger Kampf. Aber die Läufe waren sehr kurz, da hat die Energie gereicht", erklärte die junge Amerikanerin, die am Sonntag im Slalom überragende Favoritin ist.

Dort könnte es dann mit dem "40er" für die 22-Jährige klappen. Nur Annemarie Moser-Pröll (41) und Ingemar Stenmark (40) haben vor dem 23. Geburtstag mehr Siege geschafft. Die am 13. März 1995 geborene Shiffrin hat für diese Marken noch sechs Wochen Zeit. Ihre zuvor 38 Siege hatte Shiffrin an 23 verschiedenen Orten gewonnen, nun hat sie erstmals auch in Kranjska Gora zugeschlagen.

Während Sofia Goggia auf dem schnellen Gut-Kurs noch von Platz acht auf Rang drei raste, musste Brunner auf der intensiv mit Salz behandelten Piste erneut einen Rückfall hinnehmen, nachdem sie als Testpilotin in Lauf eins noch Halbzeit-Dritte gewesen war. In der Entscheidung verlor sie einen gewaltigen Vorsprung in den letzten Toren, es war zunächst etwas unerklärlich. Ganze fünf Hundertstel trennten die Tirolerin im Ersatzrennen für Maribor am Ende von ihrem ersten Weltcup-Podestplatz.

Brunner will endlich aufs Stockerl

"Es war ein sehr gerader Lauf. Aber das war nicht der Grund. Die Piste war eher weiter oben ruppig", rätselte Brunner und meinte schulterzuckend: "So ist es halt mal. Die Hundertstel sind derzeit nicht bei mir, aber sie kommen sicherlich irgendwann zurück. Vierte und fünfte Plätze sind ja nicht schlecht. Aber irgendwann will ich aufs Podium."

Weil Bernadette Schild schon im ersten Durchgang ausfiel und Anna Veith die Qualifikation für das Finale hauchdünn verpasste, ergab sich für die seit dem Beinbruch von Eva-Maria Brem (die Tirolerin fehlte in Kranjska Gora wegen Trainingsrückstand) im RTL podestlosen ÖSV-Damen im letzten Riesentorlauf vor dem Nominierungs-Stichtag für die Olympischen Spiele ein mageres Ergebnis.

Kappaurer holt im zweiten Durchgang auf

Für Lichtblicke neben Brunner sorgten die beiden Vorarlbergerinnen Elisabeth Kappaurer (14.) und Katharina Liensberger (17.), die im zweiten Durchgang mit der zweit- bzw. drittschnellsten Zeit sehr positiv auffielen.

"Das war fast schon eine Übung für den Super-G nächste Woche", scherzte Kappaurer (23), und Liensberger freute sich über ihre ersten Riesentorlauf-Punkte. "Das gute Ergebnis im Zagreb-Slalom hat sicher beflügelt", sagte die 20-Jährige, die in Kroatien Achte geworden war.

Ricarda Haaser kam hingegen über Platz 25 nicht hinaus, wirkte ein wenig verzweifelt. "Heute hat es überhaupt nicht funktioniert. Das war eine gscheite Watsch'n", ärgerte sich die Tirolerin. "Es ist doppelt hart, wenn man weiß, was man eigentlich drauf hat und dann immer mit leeren Händen dasteht. Ich weiß, dass ich's kann. Ich muss daran arbeiten, dass ich es endlich mal herbringe."

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