Skandal-Fall Oury Jalloh: Gutachter schließt Selbsttötung des Asylbewerbers aus

Leonhard Landes
Bild einer Brandanalyse im Jahr 2016 im Todesermittlungsverfahren des Asylbewerbers Oury Jalloh.

► Der Toxikologe Gerold Kauert hat in einem Interview mit dem MDR erneut seine Zweifel bestätigt, dass sich der Asylbewerber Oury Jalloh 2005 in Polizeigewahrsam selbst angezündet habe. 

► Der Mann war damals gefesselt in einer Zelle des Polizeireviers Dessau verbrannt. Die Polizei behauptet, Jalloh habe das Feuer selbst gelegt. Experten wie Kauert widersprechen dieser Behauptung und vermuten eine Vertuschung durch die beteiligten Beamten.

► Kauert war Gutachter in einem Ermittlungsverfahren zum Fall Jalloh. Er sagte dem MDR: Hätte sich der Asylbewerber bewusst selbst verbrannt, sei das eine extreme Stresssituation gewesen. Im Urin des Toten seien aber “keine Zeichen einer tödlichen Stresseinwirkung nachweisbar” gewesen. 

Darum ist die Aussage des Gutachters wichtig: 

Noch immer ist der Tod von Jalloh in Polizeigewahrsam nicht geklärt – auch nach zwei Gerichtsprozessen. Im Oktober 2017 stellte die Staatsanwaltschaft Halle ein noch laufendes Verfahren ein.

Seit Dezember führt die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg das Ermittlungsverfahren.

Die Wochenzeitung “Die Zeit” kommentierte im Februar den politischen Skandal um Jalloh mit den bitteren Worten: 

Der Fall ist so verworren, von Lügen durchsetzt und mit Fehlern gespickt, dass er sich womöglich nie mehr aufklären lässt. Sicher ist nur, dass der Rechtsstaat sich dieses Desaster selber zuzuschreiben hat.

Was ihr noch über den toxilogischen Bericht wissen müsst:

Laut dem toxilogischen Gutachter Kauert sei Jalloh im “Bereich von einer Minute” gestorben, sagte er dem MDR. Noch...

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