Skandal in England: West Ham will keine Afrikaner verpflichten

West Ham Uniteds Sportdirektor Tony Henry hat sich im internen E-Mail-Verkehr aufgrund von Vorurteilen gegen eine Verpflichtung von Afrikanern ausgesprochen. Die Rechtfertigung dessen blieb wenig zufriedenstellend.

West Ham präsentierte 17/18 keinen afrikanischen Neuzugang. (Bild: Getty Images)

West Ham United aus der englischen Premier League hat im kürzlich beendeten Wintertransferfenster einigen Beratern abgesagt. Das ist soweit nicht ungewöhnlich, sehr wohl ungewöhnlich sind aber Art und Weise der Absagen.

Der DailyMail wurden E-Mails zugespielt, die im internen Kreis geschrieben wurden. Sportdirektor Tony Henry erklärt in einem Schreiben an einen Berater aus Kamerun, dass keine afrikanischen Spieler bei West Ham aufgenommen werden würden.

Afrikaner “sorgen für Chaos”

Als der Berater dies nicht akzeptierte, sondern nach einer Begründung fragte, wurde ihm erklärt, dass Afrikaner “für Chaos sorgen” würden und eine “schlechte Einstellung” hätten. In einer weiteren E-Mail versuchte Henry im Anschluss, diese Entscheidung zu rechtfertigen.

“Inwiefern ist das Rassismus?”, fragt er und schrieb: “Bei den Top-Spielern aus Afrika gibt es keine Probleme. Nur manchmal bringen sie eine Menge Probleme mit wenn sie nicht spielen.” Als Beispiel führt er Diafra Sakho an, der bei den Hammers für internen Streit sorgte und den Klub inzwischen verlassen hat.

Henry: Nehme auch keine Russen

Henry führte weiter aus: “Uns werden auch russische Spieler angeboten. Ich denke nur, dass Russen sich nicht in England zurechtfinden. Das gleiche gilt für Italiener. Wie viele Italiener kommen nach England und leben sich hier ein?”

Er schlussfolgerte: “Das richtet sich nicht persönlich gegen Afrikaner.” Nach Bekanntmachung des E-Mail-Verkehrs durch die englische Zeitung gab West Ham United in einem öffentlichen Statement bekannt, den Fall genau zu untersuchen.

Grundsätzlich sei jeder Mitarbeiter dazu aufgerufen, jeden Menschen gleich zu behandeln. Deshalb nehme der Klub die Vorwürfe “extrem ernst” und würde sofort dagegen vorgehen.