Skandal bei Grundschul-Ethiktest: Mädchen dürfen nicht mutig sein

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Die Gender-Frage ist ein brandheißes Thema, das sogar in der Grundschule diskutiert wird. Bei einem Ethiktest sollten Schüler und Schülerinnen einige typische Eigenschaften den beiden Geschlechtern zuordnen. Dass Mädchen mutig sein können, bewertete der Lehrer als falsch – ein Skandal!

Was ist typische für Jungs und was für Mädchen? Gibt es das überhaupt oder sind diese Dinge bloß anerzogen? Das Thema Gender ist eine schwierige Sache, doch für einen Grundschullehrer aus Sachsen-Anhalt scheint es bei diesen Dingen überhaupt keine Zweifel zu geben. Kinder, die seiner stereotypen Vorstellung nicht entsprechend bei einem Ethiktest antworteten, bekamen deshalb einen Punkt abgezogen. Aber eine Facebook-Nutzerin will dagegen ankämpfen und macht die Sache nun publik.

“Ethik Unterricht in einer 4. Klasse in Sachsen-Anhalt. Ich finde, das ist skandalös. Geschlechterstereotype nicht zu diskutieren und analysieren, sondern zu zementieren und dann auch noch mit richtig oder falsch zu bewerten. Ich krieg mich kaum noch ein!”, schreibt sie und teilt dazu ein Foto, das den besagten Ethiktest zeigt. Darauf hatte ein Schüler nicht nur “Schminke”, “Seil springen” und “Puppen spielen” als typisch für Mädchen eingekreist, sondern auch die Eigenschaft “mutig”. Diese Antwort bewertete der Lehrer mit einem “f” für falsch.

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Mittlerweile reagierten mehr als 1.000 User auf den Post – die meisten waren ebenfalls entrüstet über so viel Engstirnigkeit. Ein Nutzer klärt sogar auf: “Ich bin selbst Ethik-Lehrer. Was der Kollege/die Kollegin hier macht bzw. ‘abprüfen’ möchte, verstößt gegen den Beutelsbacher Konsens. Nämlich, dass im Unterricht alles als strittig gelten und dargestellt werden muss, was auch in der Forschung als strittig gilt.”