Die Skalierbarkeit von Netflix zahlt sich aus – in jeder Hinsicht

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Netflix (WKN:55248) erfreut sich allerbester Skalierbarkeit, und wenn Investoren an das hervorragende Wachstum des führenden Premium-Streaming-Dienstes denken, dann doch vor allem daran, wie die Plattform ihren Erfolg in noch mehr eigene Inhalte umwandelt. Netflix erwartet, dass man dieses Jahr 7,5 Milliarden bis 8 Milliarden Dollar für eigene Inhalte aufwendet. Im vergangenen Jahr lag man bei ungefähr 6 Milliarden Dollar.

Die Verteilung der Kosten auf das schnell wachsende Publikum macht es einfacher, aufwändige Originalshows und -Filme zu finanzieren, und erweitert den ohnehin schon riesigen Katalog. Normalerweise ist das Geld damit gut investiert, da Netflix aufgrund seiner Größe und seines Geschäftsmodells mehr Daten über Sehgewohnheiten und Vorlieben hat als jeder andere. Es ist kein Zufall, dass Netflix scheinbar immer passende Vorschläge parat hat. Die haben eine richtige Wissenschaft daraus gemacht.

Die Vorzüge der Skalierbarkeit enden nicht damit. Als Studio wendet man sich zuerst an Netflix, weil man – abgesehen vom Geld – das Produkt vor das größtmögliche Publikum bekommen will. Die Skalierbarkeit hat Netflix auch geholfen, schnell in internationale Märkte zu expandieren, trotz der Eigenheiten jedes einzelnen Landes. Es gibt jedoch noch einen weiteren riesigen Vorteil, wenn es um Skalierbarkeit geht, den der Markt typischerweise nicht berücksichtigt: die Rekrutierung und die Vergütungsmöglichkeiten von Mitarbeitern.

Bloomberg berichtet (engl.), dass Netflix wichtige Leute von konkurrierenden TV-Sendern abwirbt und die Neuen dabei mit bis zu doppelter Bezahlung, einschließlich Aktien und anderen Vorteilen, lockt. Netflix ist dabei, CBS in diesem Jahr beim Umsatz zu überholen, obwohl man nur die Hälfte an Mitarbeitern beschäftigt. Auch wenn die Content- und Marketingkosten sehr hoch sind – warum sollte Netflix nicht auch mehr Vergütung bezahlen? Skalierbarkeit ist immerhin wichtig.

Hauptsache, es funktioniert

Bei Netflix läuft’s. Es kommt noch ein weiteres tolles Quartal, und im Gegensatz zu traditionellen Sendern ist nicht zu beobachten, dass Nutzer vor höheren Preisen zurückschrecken. In den letzten vier Jahren stieg der monatliche Preis für Netflix‘ Streaming-Service um 38 % von 7,99 auf 8,99 Dollar, dann auf 9,99 und sogar auf 10,99 Dollar. Das Publikum ist trotzdem seit der ersten Steigerung um 143 % gewachsen.

Das ist der Netzwerkeffekt à la carte, aber nicht nur Abonnenten, Investoren und Content Creators feiern die Skalierbarkeit. Diese Win-Win-Win-Win-Situation bezieht auch die Mitarbeiter im Konzern mit ein. Denn ein tolles Gehalt ist erst der Anfang für einen Motivationsschub.

Man vergleiche mal den Aktienkursverlauf von Netflix mit dem eines beliebigen Medienunternehmens. Wer noch am Abwägen von mehreren Job-Angeboten ist, würde spätestens jetzt die Optionen von Netflix als gutes Argument annehmen. Abgesehen davon, ist sich jeder darüber bewusst, dass Netflix in einem Boom-Markt führend ist.

Skalierbarkeit bietet so viele Möglichkeiten, nicht zuletzt die Möglichkeit, mehr zu zahlen. Netflix gab Anfang des Jahres bekannt, dass man das Marketingbudget von 1,3 Milliarden Dollar im letzten Jahr auf 2 Milliarden Dollar im Jahr 2018 erhöht. Sogar Forschung und Entwicklung – woran die meisten anderen in der Branche nicht viele Gedanken verschwenden – ist Netflix in diesem Jahr 1,3 Milliarden Dollar wert.

Netflix hat in seinem letzten Quartal einen Rekordzuwachs von 8,33 Millionen Nettokunden erzielt, aber es gibt keinen Zweifel daran, dass man auch mehr als nur ein paar wichtige Figuren auf der Personalseite hat anziehen können. Hauptsache, es skaliert. Netflix ist bereit dafür zu zahlen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Dieser Artikel von Rick Munarriz erschien am 27.3.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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