Sixt & Deutsche Euroshop: Dividendenkomplettausfälle! Was bleibt nach dem Coronavirus übrig?!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das aktuelle Coronavirus geht weiterhin nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbei. Das Korrektur- oder besser Crashniveau belief sich zeitweise und je nach Index auf ca. 40 %. Ein Crash, den wir seit langer Zeit so nicht mehr erlebt haben.

Auch wenn das Virus, das auch die Aktienmärkte infiziert hat, möglicherweise eher kurzfristiger Natur sein wird, so tangiert es dennoch einige Unternehmen auch operativ. Zwei Aktien, die sogar signifikante Einbußen hinnehmen mussten, sind die der Deutschen Euroshop (WKN: 748020) und von Sixt (WKN: 723132), die beide die Dividende gestrichen haben.

Wie soll man jetzt richtig reagieren, werden sich selbst Foolish langfristig orientierte Investoren fragen. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was nach der Rasur der Ausschüttungen hier noch übrig bleibt.

Deutsche Euroshop: Dividende erst einmal ausgesetzt

Eine erste Aktie, die zunächst keinerlei Dividende für das vergangene Geschäftsjahr zahlen wird, ist die der Deutschen Euroshop. Die Beteiligungsgesellschaft, die ausschließlich in Einkaufscenter innerhalb Europas investiert, spürt das Coronavirus sehr direkt. Viele der Center sind geschlossen oder von Einschränkungen betroffen, weshalb sich das Management jetzt zu der drastischen Maßnahme entschlossen hat.

Wie das Management allerdings gleichsam betont, existiere zwar ausreichend Liquidität, um die Dividende bezahlen zu können, und auch in Anbetracht der Funds from Operations in Höhe von 2,42 Euro für das Geschäftsjahr 2019 wäre eine Dividende in Höhe der geplanten 1,55 Euro möglich gewesen. Allerdings möchte die Deutsche Euroshop jetzt ihre Finanzpolster zusammenhalten. Auch um handlungsfähig zu bleiben, je nachdem, was künftig passiert.

Hierbei handelt es sich einerseits um einen schmerzlichen Schritt: Die Deutsche Euroshop hat seit ihrem Börsengang schließlich nicht ein einziges Mal die Dividende kürzen müssen und das Coronavirus ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es einfach keine Garantien für Auszahlungen gibt. Andererseits existiert hier jedoch noch immer viel Substanz.

Auf Basis der Funds from Operations in Höhe von 2,42 Euro und einem derzeitigen Aktienkurs von Pi mal Daumen 10 Euro beläuft sich das Kurs-FFO-Verhältnis lediglich auf knapp über 4. Ein fairer Wert für den Moment. Allerdings könnte sich das grundsätzlich ändern, sobald die Einkaufscenter wieder öffnen dürfen.

Sixt: Keine Dividende, aber noch immer Megatrend!

Eine zweite Aktie, die ihre Dividende auf null zusammengestrichen hat, ist außerdem die von Sixt. Immerhin, die Inhaber der Vorzugsaktie erhalten eine Mindestdividende in Höhe von 0,05 Euro je Anteilsschein. Wirklich trösten dürfte das die meisten jedoch nicht.

Die Entscheidung dürfte dem Management hier nicht leichtgefallen sein. Der Firmenpatriarch Erich Sixt hält schließlich selbst weiterhin einen Großteil aller Sixt-Aktien. Entsprechend sitzt Sixt mit den Sixt-Aktionären an dieser Stelle in einem Boot.

Ein kurzfristiger schmerzhafter Einschnitt bei der Dividende kann dabei langfristig die bessere Option sein, insbesondere, wenn es mittelfristig um die Stabilität des Unternehmens geht. Allerdings wird auch das Wachstum in diesem Jahr einbrechen, das Unternehmen spricht von einem starken Rückgang im laufenden Geschäftsjahr.

Mittel- bis langfristig ist ein Großteil der Investitionsthese allerdings hier noch immer intakt. Das Geschäftsmodell als Mobilitätsdienstleister besitzt schließlich noch immer eine langfristige Perspektive und kann eine wichtige Weiche für Jahre und Jahrzehnte des Wachstums werden. Nur dass dieses eben jetzt im laufenden Geschäftsjahr pausiert.

Dividendenkürzung: Ein Bein-, aber kein Genickbruch

Dass die Aktien von Sixt und der Deutschen Euroshop ihre Dividende kürzen, ist für Einkommensinvestoren mit Sicherheit ein Schlag ins Gesicht. Insbesondere bei der Dividendenperle Deutsche Euroshop ist ein Großteil der Investitionsthese jetzt womöglich beschädigt. Ein Knick in der Historie ist das jedenfalls allemal.

Ob der übrig gebliebene Kern ausreicht, um attraktiv für Investoren zu sein, ist und bleibt eine andere Frage. Günstig sind die Aktien jetzt jedenfalls beide: Nach der Verkündung dieser Kürzungen haben beide Anteilsscheine schließlich ordentlich nachgegeben.

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Vincent besitzt Aktien der Deutsche Euroshop und von Sixt. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Deutsche Euroshop.

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