Sitzung: Wieder mehr Leben im Stadtteil

Die erste Kontaktaufnahme gestaltete sich schwierig. "Ich wollte Vereine in Seeberg-Süd und Alt-Seeberg anschreiben, habe aber kaum welche gefunden", sagt Eike Danke. Für die SPD-Politikerin und Mitglied der Chorweiler Bezirksvertretung ist das bezeichnend: "Für Alt-Seeberg und Seeberg-Süd gibt es fast nichts." Des öfteren hätten Anwohner sie darauf angesprochen, " dass es hier keine Geschäfte mehr gibt, dass hier nichts los ist." Seeberg-Nord dagegen sei ja in den Sozialraum Chorweiler mit eingebunden und gut vernetzt. "Aber der Rest des Stadtteils liegt brach".

Mit Hilfe eines frisch gegründeten Runden Tischs soll sich dies nun ändern. Das Ziel: Vorhandene Gruppen in Alt-Seeberg und Seeberg-Süd - Gebiete, die von Einfamilienhäusern geprägt sind -, zu vernetzen, mit Bürgern in Kontakt kommen, das Veedel neu zu beleben und ein Veedelsfest zu feiern. Danke schrieb unter anderem Schulen aus dem Stadtteil, aus den Kirchen, den Deutsch-Türkischen Verein DTVK, Fiz e.V., die alevitische und griechisch-orthodoxen Gemeinden, das Kiosk am Einkaufszentrum, die Pfadfinder und das Gartencenter an, um möglichst viele Akteure an einen Tisch zu bekommen. Mit Erfolg - bereits zum zweiten Mal traf sich der Runde Tisch nun in den Räumen der Alevitischen Gemeinde am Alpenrosenweg. Mit dabei waren Vertretern der Grundschule St. Martin, des DTVK, Fiz e.V., der alevitischen Gemeinde, der Pfadfinder DPSG St. Markus und Politiker.

"Wir wollen, dass es wieder Leben im Ort gibt", sagt Mitglied Leon Birck - mit verschiedenen Angeboten, vielleicht einem Café als Treffpunkt, einer Ortsmitte, mit der sich die Anwohner auch identifizieren können. Derzeit seien Seeberg-Süd und Alt-Seeberg reine Schlafstätten. "Es sollen aber Wohnstätten sein." Mit einem Veedelsfest, das voraussichtlich am 22. April 2018 am alten Einkaufszentrum stattfindet, will der Runde Tisch sich und seine Arbeit vorstellen und erste Möglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen schaffen.

Auch die Grünen-Fraktion in der Chorweiler Bezirksvertretung sieht Bedarf im Stadtteil. In einer Anfrage an die Verwaltung wies sie darauf hin, dass gerade in Seeberg-Süd viele ältere Menschen leben, "die auf soziale Kontakte angewiesen sind, um nicht zu vereinsamen". Leider gebe es dort kaum Vereinsstrukturen oder soziale Einrichtungen, "die Abhilfe schaffen könnten, indem sie ein Nachbarschaftsfest oder andere Möglichkeiten des sozialen Kontaktes" organisieren. Die Stadt antwortete, dass der Deutsch-Türkische Verein seit 2015 ein Seniorennetzwerk aufbaut, um "ältere Menschen im gesamten Stadtteil zu aktivieren", beispielsweise im Seeberger Seniorentreff oder im Seeberger Singkreis. Zudem arbeite man derzeit an einer Stadtteil-Konferenz für einen "seniorenfreundlichen Stadtteil".

DTVK und Seniorennetzwerk sehen den Runden Tisch denn auch als Chance. "In Seeberg-Nord sind wir vernetzt", sagt DTVK-Geschäftsführerin Walburga Schürmann. "Aber unsere Angebote sollenh eigentlich für alle Seeberger gelten."

Weiterer Termin

Das nächste Treffen des Runden Tisches findet am 15. November um 18 Uhr in den Räumen der Alevitischen Gemeinde, Alpenrosenweg 6, statt. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen gibt es unter der E-Mail-Adresse: eike.danke@stadt-koeln.de...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta