Sit-in, Tanz und Suppe - Iraks Parlament bleibt weiter besetzt

Der einflussreiche schiitische Prediger Muktada Al-Sadr ruft dazu auf, die Proteste in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu unterstützen. Die Anhänger Al-Sadrs waren am Samstag in die grüne Zone Bagdads eingedrungen und haben das Parlament bereits zwei Mal gestürmt. Mit der Aktion, zu der auch ein Sitzstreik gehört, wollen sie die Regierungsbildung ihrer politischen Gegner um Ex-Regierungsschef Nuri al-Maliki verhindern.

Anmar Khalil/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.
Die Nacht im Parlament in Bagdad - Anmar Khalil/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Zahlreiche Demonstranten campieren in dem Parlamentsgebäude auf Matten und Decken. Freiwillige versorgen sie mit Suppe, gekochten Eiern, Brot und Wasser. Am Montag gab es unter anderem Bilder von im Kreis tanzenden Männern und es wird auch gesungen.

Laut der Presseagentur AP errichteten irakische Sicherheitskräfte am Montagmorgen als Reaktion auf die Besetzung Betonbarrieren vor dem Parlament. Beobachter schätzen die Lage als explosiv ein, sollte es zu einer Gegenoffensive kommen, könnte die Gewalt eskalieren.

Al-Sadr hatte bei den Parlamentswahlen im vergangenen Oktober die meisten Stimmen erhalten, doch eine Regierungsbildung scheiterte. Der religiöse Führer zog sich schließlich mit seinen Abgeordneten im Juni aus dem Parlament zurück - wodurch al-Maliki, der ehemalige Ministerpräsident die nötige Mehrheit bekam.

Doch die Wahl eines Premiers will al-Sadr jetzt wohl durch Mobilisierung seiner Anhänger verhindern.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.