Singende statt fliegende Teppiche in Baku

Ein Teil des fünften Teppichsymposiums in Aserbaidschan ist fliegenden Teppichen gewidmet. Die sagenumwobenden Flugobjekte waren dann doch nicht zu sehen, aber die Besucher aus aller Welt erlebten in der Hauptstadt Baku, wie Tradition und neue Trends aufeinander treffen.

In Vorträgen, Präsentationen und Sonderausstellungen geben Fachleute und Liebhaber neue Einblicke in Aserbaischans wichtigstes Kulturgut. Abulfas Karaew ist der aserbaidschanische Kulturminister: “Im Rahmen dieses Symposiums eröffnen wir zum ersten Mal eine Sonderausstellung mit Leihgaben aus dem Victoria und Albert Museum in London, den Berliner Museen und Privatsammlungen.”

Teppichweberei ist unser wichtigstes Kulturgut

In diesem Jahr sind in Baku einige sehr seltene und ungewöhnliche Beispiele der aserbaidschanischen Teppichkunst zu sehen. “Teppichweberei ist das wichtigste Kulturerbe unseres Landes”, so Schirin Melikowa, die Leiterin des Teppichmuseums in Baku. “In ihr spiegelt sich unsere Gesichte und unsere Tradition wider. Der wichtigste Grund für die Beliebtheit aserbaidschanischer Teppiche ist die Vielseitigkeit der Kompositionen, die lebendigen Farben und die unterschiedlichen Webtechniken.”

Das Projekt Schätze aus Seide enthält 33 Objekte, die von zehn verschiedenen Orten stammen. Sie sind zum ersten Mal in einer Ausstellung zu sehen. “Diese Textilien stammen aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert”, so der Teppichexperte Alberto Boralevi. “Sie enthalten Elemente, die mit Textilien am Hof der Safawiden im 16. Jahrhundert in Verbindung gebracht werden können.”

Statt der versprochenen fliegenden Teppiche werden in Baku singende Gewebe ausgestellt. Soundweaving — ein interaktiver Teil der Ausstellung — verwandelt aus dem 17. Jahrhundert stammende Textilmuster in Musik.

Die Kunstschätze sind noch bis Ende des Jahres zu besichtigen.