Singapurs Regierung zieht mit Netz-Kampagne Spott junger Internetnutzer auf sich

Singapurs Regierung hat sich bei jungen Internetnutzern mit einer Netz-Kampagne blamiert: Mit sogenannten Influencern, die im Web eine große Anhängerschaft haben und Trends aufgreifen, versucht die Staatsführung seit Dezember junge Leute für den Haushalt des Stadtstaats zu interessieren. Mehr als 50 Nutzer beim Onlinedienst Instagram sollten ihre Anhänger mit "Inflationsdruck" oder "ausgeglichener Haushalt" betitelten Botschaften zu Kommentaren animieren, wie örtliche Medien berichteten. Viele fühlten sich aber offenbar mehr zu Spott herausgefordert.

So lautete ein Post einer Nutzerin namens Chelsea Teng, die mit Laptop am Swimmingpool posierte: "Gute Nachrichten - Haushalt 2018 kommt in Kürze!" Eine demonstrativ ernst auf ihr iPad starrende Josephine T. textete: "In Gedanken beim Inflationsdruck, wir wissen alle, dass die Lebenshaltungskosten ständig steigen. Wie verwalten wir Einkommen und Ausgaben, um das Budget ausgeglichen zu halten?" Ein anderer Internetnutzer, Vincent Law, giftete beim sozialen Netzwerk Facebook: "Wie lebensfremd ist diese Regierung?" Wieder andere warfen den Behörden vor, Geld aus dem Fenster zu werfen.

Der Haushalt wird Mitte Februar vorgelegt. Das Finanzministerium hielt auf Nachfrage der Zeitung "Straits Times" daran fest, dass die Kampagne ein gutes Mittel sei, um mit jungen Leuten in Kontakt zu kommen. Kosten wurden nicht genannt.