Singapur: Hamilton hängt Vettel nach Start-Crash ab

Den 14. Grand Prix der Formel-1-Saison 2017 auf dem Marina Bay Street Circuit in Singapur gewinnt Lewis Hamilton im Mercedes souverän vor Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Das Podium komplettiert Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, nachdem es zum ersten Mal beim Nachtrennen anfänglich geregnet hat.

Carlos Sainz im Toro Rosso wird Vierter vor Sergio Perez im Force India sowie Jolyon Palmer im Renault.

Die Punkteränge komplettieren Stoffel Vandoorne (McLaren), Lance Stroll (Williams) Romain Grosjean (Haas) und Esteban Ocon (Force India).

In der WM-Fahrerwertung baut Hamilton mit 263 Punkten die Führung auf Vettel aus, der bei 235 Zählern stehen bleibt. Bottes (212), Riccardo (162) und Räikkönen (138) folgen dahinter.

Gewinner des Rennens: Hamilton

Der große Gewinner von Singapur ist ohne wenn und aber LEWIS HAMILTON! 25 Punkte für den Briten, während Vettel leer ausgeht. Und das bei einem Rennen, dass der Heppenheimer eigentlich gewinnen musste.

Verlierer des Rennens: Vettel

Alles sprach für einen vierten Triumph von Vettel auf dem Marina Bay Street Circuit in Singapur. Die Ferraris hätten nur das Rennen sicher nach Hause fahren müssen, doch ein Chaos-Start hat der Scuderia alles vermasselt. Anstatt in der WM-Wertung in Führung zu gehen, hat der Deutsche nun noch mehr an Boden auf Hamilton verloren.

Stimmen zum Rennen:

Hamilton (Mercedes): “Wir hatten gestern Probleme, aber heute ist es gut ausgegangen. Ich könnte nicht glücklicher sein. Gott hat mich heute gesegnet. Natürlich habe ich von dem Unfall profitiert, der sehr unglücklich für Ferrari war. Eigentlich hoffte ich, dass ich einen Zweikampf mit Vettel haben würde – daraus wurde bekanntermaßen nichts.”

Ricciardo (Red Bull): “Wir hatten heute nicht die Pace vom Freitag, daher bin ich etwas enttäuscht. Trotzdem ist es ein weiteres Podium, darüber bin ich glücklich. Ich habe beim Start einfach nur das Chaos vor mir gesehen, zum Glück bin ich zuvor schlecht weggekommen.”

Bottas (Mercedes): “Für uns war eine sehr gute Schadensbegrenzung. Das Auto hat wesentlich besser funktioniert als erwartet. Trotzdem hatte ich vor allem im Nassen Probleme mit meinem Speed. Sebastian Vettel ist in der WM das nächste Ziel.”

Vettel (Ferrari) über den Startunfall: “Der Start war Durchschnitt. Dann kam ich im zweiten Teil ein bisschen besser weg. Ich habe Max gesehen, der kam innen. Ich bin ein bisschen rübergezogen und dann hat’s schon geknallt. Ich war überrascht, dass Kimi von der Seite kam, der muss also noch innen daneben gewesen sein. Ich habe nur einen gesehen und denke, dass Kimi innen daneben war. Echt blöd gelaufen, weil wir beide draußen sind.” Frustriert sei er aber nicht. “Es geht weiter. Ist natürlich doof jetzt, aber was soll man machen?” Natürlich sei es aber “bitter, weil die Voraussetzungen gut waren.”

Alonso (McLaren) ziemlich verärgert: “Ich lag in der ersten Kurve vor Hamilton, und der führt jetzt. Ich wäre heute hundertprozentig auf das Podium gefahren. Ich glaube, ich hätte um den Sieg gekämpft.”

Räikkönen (Ferrari) zum Startunfall: “Jeder hat immer seine eigene Meinung. Aber ich glaube nicht, dass ich etwas anders machen hätte können.”

Verstappen (Red Bull) sieht die Schuld am Startunfall “hauptsächlich” bei Vettel: “Er hat angefangen, mich einzuquetschen. Vielleicht hat er Kimi links nicht gesehen, aber das ist keine Ausrede. Wenn man um die WM kämpft, sollte man nicht solch ein Risiko eingehen. Man kann jetzt sehen, was daraufhin passiert: Lewis führt das Rennen an – und wir drei sind raus. Ich habe versucht, mich zurückzunehmen, weil ich es kommen sah. Aber die Hinterreifen sind breiter als die Vorderreifen, also kam ich nicht mehr raus aus der Zwickmühle.”

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Aufreger des Rennens: Vettel-Aus

Experten und Fans sind gespalten ob des Ausscheidens vom Ferrari-Piloten. Während die einen behaupten, dass der Heppenheimer einen Kardinalsfehler begangen hat, als er nach innen zog, sind die anderen der Meinung, dass Vettel im Kampf um die Führung und den WM-Titel die Tür zumachen musste. Kontrovers bleibt es auf jeden Fall und ist auch nicht ganz aufzulösen. Was haltet ihr davon? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Flop des Rennens: Hülkenberg

Nico Hülkenberg durfte kurze Zeit vom Podest träumen, fiel dann aber immer weiter zurück. Anfänglich durch umstrittene Entscheidungen bei der Reifenwahl und dem Timing der Boxenstopps, dann aufgrund technischer Probleme am Renault. In Runde 49 von 61 war dann Schluss für den Deutschen. Ganz bitter!

Top des Rennens: Palmer

Renault-Pilot Jolyon Palmer gab nach dem Formel-1-Beben um den Motoren-Wechsel zwischen McLaren, Renault Toro Rosso und Honda eine beeindruckende Antwort. Der Brite wird aller Voraussicht nach in der kommenden Saison kein Cockpit haben und fuhr nun in Singapur sein bestes Rennen der Karriere und wurde im Renault überraschend Fünfter.

Statistik des Rennens: Hülkenberg

Der Emmericher ist mit 129 Grand-Prix-Starts ohne Podest-Platzierung jetzt alleiniger Rekordhalter in dieser wenig rühmlichen Rangliste. Sein Vorgänger war ein anderer Deutscher bisher – Adrian Stil, der diesen Rekord endlich los ist.

Tweets des Rennens: Start-Crash

Rennverlauf:

Am Start legt Räikkönen einen Superstart hin und geht an Verstappen links vorbei – Vettel rechts vom Red Bull hält die Position 1. Doch dann berühren sich der Finne und der Niederländer, sodass eine Kollision mit allen Dreien für eine Safety-Car-Phase sorgen. Dabei wird auch noch Alonso von der Piste weggedrängt.

Vettel kann zunächst weiterfahren und liegt nach der ersten Kurve sogar noch in Führung. Dann dreht sich der Heppenheimer auf der Piste, denn die Nase seines Boliden ist komplett ab.

Nachdem alle Fahrer vom Safety Car in die Box geleitet werden, damit die Strecke aufgeräumt werden kann, steht jetzt fest: Beide Ferrari sind raus genauso wie Verstappen im Red Bull. Ganz bitter für Vettel und die WM!

Größter Profiteur des Startchaos ist Perez, der sich um acht Plätze auf Rang vier verbessern kann. Hülkenberg liegt auf Rang drei.

Runde 4 von 61: 1. Hamilton 2. Ricciardo 3. Hülkenberg 4. Perez 5. Bottas 6. Palmer 7. Vandoorne 8. Ocon 9. Sainz 10. Magnussen

Re-Start in der 5. Runde: Hamilton macht das ganz souverän und setzt sich vorne gleich ab.

Fazit der Mercedes-Crew nach dem turbulenten Start: “Wir hatten in der Tat Glück.” Hamilton führt vor Ricciardo und Hülkenberg.

9. Runde: Alonso versuchte nach der Safety-Car-Phase weiterzufahren, doch sein McLaren war nach der Kollision zu sehr beschädigt. Der Spanier muss seinen Boliden abstellen.

11 von 61: Das Safety-Car kommt zum zweiten Mal raus, weil Kwjat abgeflogen ist. Der Toro Rosso hat zu spät gebremst.

Hülkenberg kommt eine Runde zu spät an die Box und verliert dadurch einige Positionen. Der Renault-Pilot wechselt von Full-Wet auf Intermediates – so wie fast alle.

13. Runde: “Haben alle Reifen gewechselt außer mir?”, fragt Hamilton. “Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee war.”

Re-Start in Runde 15 von 61: 1. Hamilton 2. Ricciardo 3. Bottas 4. Sainz 5. Hülkenberg 6. Perez 7. Palmer 8. Stroll 9. Vandoorne  10. Massa

In Runde 18 kämpfen Massa und Magnussen verbissen um Platz 11. Dann geht der Däne im Haas am Brasilianer vorbei, doch der Williams zieht einfach nach rechts und drängt Magnussen fast an die Mauer. Das war haarscharf.

22 von 61: Hamilton baut den Vorsprung auf fünf Sekunden aus. Bottas als Dritter hat schon 14,7 Sekunden Rückstand. Als einziger im Feld dreht Wehrlein noch auf Full-Wets auf der Strecke seine Runden – ist aber auch Letzter auf Rang 15.

In Runde 25 wechselt Magnussen als erster Fahrer von Intermediates auf Ultrasoft. Denn laut Wetterprognosen soll es nicht mehr regnen. Was machen die anderen Piloten?

Die Abstände der Top 6: Hamilton vor Ricciardo (6,8), Bottas (21,8), Sainz (28,8), Hülkenberg (31,3) und Perez (34,0).

Ricciardo, Bottas und Hülkenberg gehen eine Runde vor Hamilton an die Box und wechseln auf Slicks, während der Brite die schnellste Runde des Rennens dreht.

Hamilton hat alles richtig gemacht, geht später an die Box und baut seinen Vorsprung durch den Boxenstopp sogar auf 10,4 Sekunden aus. Dahinter folgen Ricciardo, Bottas, Hülkenberg, Sainz, Perez, Palmer, Vandoorne, Stroll und Magnussen.

Mit den neuen Slicks kann Hülkenberg den Rückstand auf Bottas auf 1,4 Sekunden verkürzen, während vorne Hamilton davoneilt. Nachdem die Reifen bei den Top 5 nun aber auf Temperatur sind, kann sich Bottas wieder leicht vom deutschen Renault-Piloten absetzen.

Runde 37: Ricciardo und Hamilton wechseln sich mit der schnellsten Runde ab und fahren auf einem ähnlichen Niveau, wobei der Abstand konstant bleibt.

39 von 61: Safety Car kommt raus, da Ericsson auf der Anderson-Brücke entgegen der Fahrtrichtung nach einem Unfall stehen bleibt.

Hülkenberg wechselt während der  Safety-Car-Phase seine Reifen, um Rang drei anzugreifen. Doch dann bleibt der Deutsche länger in der Box als geplant. Es gibt Probleme mit dem Renault. Ganz bitter. Rang vier ist futsch. Auf zehn kommt er wieder raus.

42 von 61: Hamilton gewinnt den Re-Start wieder souverän vor Ricciardo und setzt sich sofort wieder ab. Der Sieg ist dem Briten wohl nicht mehr zu nehmen.

Top 8 nach 47 Runden: Hamilton vor Ricciardo (2,1), Bottas (3,5), Sainz (6,6), Perez (8,2), Palmer (9,9), Vandoorne (11,9) und Stroll (12,1 Sekunden).

In zehn Minuten ist Schluss, auch wenn nicht alle 61 Runden gefahren werden. Denn in Singapur darf nach 16 Uhr nicht mehr gefahren werden!

Das ist schade für Hülkenberg. Der Deutsche sah sich schon auf dem Podest, muss nun aber wieder an die Box und fällt damit auch noch aus den Punkterängen. Letzten Ende muss er den Renault in der Box stehen lassen.

4,3 Sekunden zwischen Hamilton und Ricciardo. Noch vier Minuten. Die volle Renndistanz wird heute nicht mehr gefahren, wie vorher bereits angekündigt.

Die Zeit ist abgelaufen. Hamilton wird nach diesem Sieg in der WM-Wertung 28 Punkte Vorsprung auf Vettel haben. Der Brite muss aber noch eine Runde fahren.

Hamilton gewinnt vor Ricciardo und Bottas! Gratulation.

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