Sing meinen Song, Folge 7: Ehrliche Bekenntnisse statt Tränen

 

Diesmal stand die Musik der Cowboy-Rocker The BossHoss im Mittelpunkt. (Bild: VOX/Markus Hertrich)

Bei Folge 7 von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ drehte sich alles um die Gastgeber The BossHoss. Es war der unemotionalste Abend der bisherigen Staffel – aber ziemlich sicher der ehrlichste. 

Nanu, was war denn da los? Schon zu Beginn gaben einige der Kandidaten der aktuellen „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“-Staffel zu verstehen, dass sie nicht gerade große Fans der Gastgeber The BossHoss sind. „Es ist ein offenes Geheimnis zwischen BossHoss und uns, dass die BossHoss-Platten bei Silbermond sicher nicht im Schrank stehen“, erzählte Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß. Auch von Mark Forster gab es eine kleine Spitze: „Sich alle Alben von The BossHoss am Stück anzuhören war für mich eine musikalische Herausforderung!“ Lena Meyer-Landrut meinte schon vorab zu ihrem Beitrag: „Ich habe es entbosshossiniert und es eingelenat. Aber totally, ich befürchte, es hat gar nichts mehr mit BossHoss zu tun!”

Soviel Ehrlichkeit sorgte aber für keine getrübte Stimmung – im Gegenteil. Interessiert lauschte die Musiker-Clique den Geschichten der Band um Alec “Boss Burns” Völkel und Sascha “Hoss Power” Vollmer. Die lernten sich in einer Berliner Grafikagentur kennen – damals waren sie Anfang 30. Eigentlich hatten die beiden den Rockstar-Traum schon aufgegeben, hatten bereits mehr oder weniger erfolglose Bands hinter sich. Dass in ihren Dreißigern noch der Musiker-Traum dennoch aufging, überraschte die beiden. Somit sind BossHoss musikalische Spätstarter – dafür aber schwer erfolgreich! Dann ging es los – und erstmal durfte Michael Patrick Kelly als erstes ran.

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Paddy Kelly gibt den Rock-Hengst

„Stadion-Paddy“ suchte sich „Stallion Batallion“ – die laut Paddy rockigste Nummer von BossHoss. Dennoch längst nicht rockig genug für den Musiker: „Ich habe sie etwas rockiger gemacht. Mal schauen, wie sie das aushalten“. Dabei packte Paddy zu verzerrten E-Gitarren die Reibeisen-Stimme aus. Nichts da mit Ballade: Der Musiker tobte, kreischte, ging wild ab und dachte gar nicht daran der Nummer auch nur den Hauch einer Cowboy-Note zu geben. Alle sind sich einig: Paddy ist ein Rockstar. Das beste Kommentar kam von Gentleman: „Wenn ich daran denke, bin ich heiser!”

Mark Forster, der als „Markus Lanz“ durch den Abend führte, nahm The BossHoss auch ein wenig aufs Korn. „Ihr seid die berühmtesten Cowboys, die es in Deutschland gibt. Was ich mit Neun gerne auf dem Fasching gewesen wäre, habt ihr erreicht.“ Boss Hoss nahmen es gelassen: „Wir haben mit dem Klischee auch gespielt, es heraufbeschworen. Letzten Endes sind wir eine Band, machen Musik und nicht nur Cowboy-Fasching.“

Mark Forster macht die Arbeit eines Cowboys

„Ihr seid ja eher in die Tarantino-Richtung, ‚Django Unchained’, und ich bin eher ‚Unsere kleine Farm’“, meinte Mark Forster, der an diesem Abend einen witzigen Sager nach dem anderen lieferte. Er hatte sich das Stück „A Cowboy’s Work Is Never Done“ ausgesucht und den Text vollständig ins Deutsche übersetzt: „Meine Eier sind größer als deine Eier, aber das Werk eines Cowboys ist nie getan“ hieß es in Forsters Version beispielsweise. Mittlerweile weiß man, was man vom Popstar erwarten darf: Er machte daraus einmal mehr eine 1A-Mark-Forster-Nummer.

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Weder Country noch Cowboy-Rock war angesagt, dafür moderner, eingängiger Charts-Pop mit großem Spannungsbogen und viel Abwechslung. Die Cowboys waren begeistert – gleichermaßen vom Text und von der Musik. „Ich habe den Text eigentlich übersetzt um ihn ein bisschen zu verarschen, dann aber gemerkt, Mist, das macht ja eigentlich Sinn“, erklärte Forster augenzwinkernd. Deren Reaktion: „Ich wusste ja gar nicht, dass unsere Texte so geil sind!“

Moses Pelham ist Sex auf zwei Beinen

Mit seiner eigenen Version des BossHoss-Krachers „Sex On Legs“ ging Moses Pelham an den Start – und gab sich erneut am Mikrophon die Ehre. Daraus machte der Rödelheimer Rapper einen Hip-Hop-Song mit E-Gitarren-Begleitung und galoppierendem Schlagzeug-Beat, im Refrain wird statt „Sex on Legs“ sein eigener Name buchstabiert. Überraschung: Zum ersten Mal rappte Moses nicht „nur“, sondern sang auch. BossHoss fühlten sich geehrt. „Mo“ gab das Kompliment zurück: „Ihr habt mir so eine Freude gemacht mit der Gelegenheit!“

Dann waren die Besungenen selbst dran – und performten die Country-Ballade „Mary Marry Me“. Nichts mit Party-Cowboy-Rock: Dieses Mal setzten die beiden auf eine recht langsame Ballade. „Man merkt bei The BossHoss, die sind best friends. Und aus dieser Friendship kommt Musik“, lobte Paddy Kelly in besten Deutsch-Englisch-Mix. Auch Gentleman war begeistert: „Die haben einfach dicke Eier!“

Gentleman greift in die Trickkiste

Mit der Musik von The BossHoss hat jene von Gentleman zugegebenermaßen nur sehr wenig zu tun. Das weiß auch der Reggae-Star: „Boss Hoss war für mich die größte Herausforderung. Aber da musst du eben in deine Trickkiste greifen und kreativ werden“, meinte er – und verwandelte den Song „Today Tomorrow Too Long Too Late“ in eine Dub-Reggae-Nummer, die auch seinem eigenen Repertoire gut stehen würde. „Das war megafett“, urteilten die Besungenen – und auch die anderen fanden es toll. „Das hat mich voll geflasht“, so Paddy, „I love it! I dig it, man!“

Lena singt „Break Free“

Wie schon vorab abgekündigt, hatte Lena Meyer-Landruts Beitrag nicht mehr viel mit der ursprünglichen Version ihrer Songauswahl zu tun. Aus „Break Free“ machte sie eine gefühlvolle, atmosphärische Ballade mit viel Hall und Synthesizer-Flächen.Dabei lieferte sie eine großartige Gesangsleistung. Den Gastgebern gefiel es: „Lena hat uns umgehauen mit ‚Break Free’“. Auch Moses Pelham war ganz angetan von der Version: „Ich finde Lena so brutal“.

 

Stefanie Kloß trickst alle aus

Ganz schelmisch legte Stefanie Kloß eine falsche Fährte. „Wir dachten, wir machen etwas, wofür ihr uns auch kennt als Silbermond. Wir sind ja für die großen Gefühle zuständig. Deswegen machen wir einen romantischen Abschluss“, kündigte sie an – und bat ihre Band auf die Bühne. Ballade? Nix da! Denn während alle eine gefühlvolle Version des Songs „Liberty of Action“ erwarteten, machten Silbermond das Gegenteil und rockten sich im Lenny-Kravitz-Stil durch den Song. Über die überraschten, aber begeisterten Reaktionen freute sich die Sängerin sichtlich diebisch.

Der Gewinner …

Der Abend ging zu Ende, ohne dass auch nur eine einzige Träne vergossen wurde … (Negativ-)Rekord einer durchaus tränenreichen Staffel! Dieses Mal gab es zwei Gewinner. Eine Ukulele ging an Stefanie Kloß – Alec spielte darauf an, dass die beiden Bands früher nicht unbedingt das beste Verhältnis hatten und dass der Abend somit umso schöner sei. Über die zweite Ukulele durfte sich verdientermaßen Lena Meyer-Landrut freuen.  Nächste Woche geht es weiter mit einem Duett-Abend.

 

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