Sing meinen Song, Folge 5: Freudentränen und Tränen der Trauer – Emotionale Achterbahnfahrt für Paddy Kelly

Hochemotional war die fünfte Folge von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert” für Michael Patrick Kelly. (Bild: VOX/Markus Hertrich)

Er hat sich vorgenommen, nicht zu heulen – so ganz hat das für Michael Patrick „Paddy“ Kelly in der fünfen Folge von „Sing meinen Song“ aber nicht geklappt.  Auch viele andere Kandidaten der fünften Staffel konnten sich an diesem hochemotionalen Abend die Tränen nicht verkneifen. Der emotionalste Moment des Abends: Lena brachte Paddy mit einem Lied über dessen verstorbene Mutter zum Weinen.

Nachdem sich letzte Woche alles um den Rapper und Produzenten Moses Pelham drehte, war dieses Mal „Station-Paddy“ an der Reihe. Michael Patrick Kelly feierte mit der (zur Zeit ohne ihn wiedervereinigten) Kelly Family in den 1990er Jahren Erfolge, die sich die anwesenden Musiker kaum vorstellen können. Die Geschichte der Kellys liest sich wie ein Märchen. Fast 400 Konzerte spielten sie in ihrer erfolgreichsten Zeit, verkauften Abermillionen Platten, brachen Rekorde.


Dabei fand die Kellys damals nicht jeder gut, erinnert sich Mark Forster. „Mir waren die immer ein bisschen suspekt“, gibt auch Alec von The BossHoss zu. Das sollte sich an diesem Abend definitiv ändern. Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß hingegen war schon in ihrer Jugend Kelly-Fan: „Ich hatte ein Kelly-Family-Sammelheft“, erzählt Stefanie Kloß. „Meine Freundin war Team Angelo, ich war Team Paddy“.


Der emotionalste Moment des Abends

Dann erzählte Paddy vom frühen Tod seiner Mutter – umso emotionaler, dass sich Lena Meyer Landrut das Stück „Mama“ aussuchte. „Für mich ist es sehr emotional, ich freu mich ganz toll“, erzählte Lena, die schon vor dem Song weinte – und lobte ihren Kollegen: „Paddy, du bist so ein Herz“. Hochemotional war auch ihre Darbietung. „Why did you have to die when I was only at the age of five“, sang sie – Paddy musste durchatmen, konnte die Tränen spätestens beim Refrain „Mama, I miss you some times“ nicht mehr zurückhalten. Jedem der Musiker geht das Stück merklich nahe, auch Gentleman kommen die Tränen. „Ich hab seit 20 Jahren nicht mehr über den Tod meiner Mutter geweint“, gibt Paddy zu – definitiv der emotionalste Moment des Abends.


Bereits zuvor hatte Paddy mehrfach von der abenteuerlichen Traumkarriere des Familienclans erzählt, die Dimensionen annahm, die heute schier unglaublich klingen: Von der Straßenmusik ins Stadion, vom Campingplatz ins Schloss. 1977 wurde er in einem Campingwagen in Dublin geboren, eine harte Geburt für seine Mutter. Zehn Tage später trat Paddy bereits im Arm seiner Mutter in einer TV-Show auf. „Ich bin in einem Campingwagen geboren, dann lebte ich mit Zwanzig in einem Schloss“. Dennoch war nicht alles in seinem Leben einfach: „Zwischen meinem sechzehnten und meinem neunzehnten Lebensjahr habe ich keinen Schritt ohne meinen Bodyguard machen können. Es war wie ein Märchen – und Märchen haben auch dunkle Seiten, die nicht so toll sind. That’s life“, so Paddy.

Später schildert er auch sein Stadion-Rock-Erweckungserlebnis: „Mein allersters Konzert im Leben war, als ich neun Jahre alt war. Das war ein Konzert von Bruce Springsteen, 60.000 Leute. Ich hab das gesehen und gesagt: ‚Genau das will ich auch machen‘.  Später schaffte er es mit seiner Musik selbst ins Stadion.

Moses lässt Cassandra Davids Song für Paddy singen

Als erstes war Moses Pelham an der Reihe, der sich das Stück „David’s Song“ aus dem Jahr 1993 vornahm – ein Soundtrack für eine Serie namens „Die Abenteuer des David Belfour“. „Ein wunderbares Stück, bei dem einen das Herz aufgeht. Ich hab mir erlaubt einen neuen Text dazu zu machen“, so Pelham. Er schickte wie gewohnt Glashaus-Sängerin Cassandra Steen ins Rennen, blieb diesmal selbst im Publikum sitzen. Pelhams Version war eine wundervoll getragene Ballade mit Streichern und einer brillanten Cassandra Steen. „Wer geht mit mir, selbst wenn wir oft verlieren“, sang sie – und baute auf der Melodie des Stücks ein ganz eigenes Lied auf, das natürlich auch von Glashaus sein könnte. Geschlossene Augen und Mitnicken aller Beteiligten, man fühlte die Emotionen hochkochen. „Das hätte auch meinen Vater sehr glücklich gemacht“, bedankte sich Paddy und dachte an das verstorbene Familienoberhaupt der Kellys, seinen Vater Dan.


Mark Forster verliebt sich in ein Alien

Vor Mark Forsters Performance von „Fell In Love With An Alien“ sahen sich alle gemeinsam das Musikvideo zum Song an, für das Paddy damals das Drehbuch schrieb und Co-Regie führte. „Du bist so ein hübscher Teenie. Du siehst so unglaublich schön aus, das ist ganz selten“, schmeichelte ihm Lena Meyer-Landrut – und legte nach: „Mir passiert gerade, dass ich einen Crush auf den Paddy habe. Wenn ich damals in der Zeit gewesen wäre, glaube ich, dass ich auch so ein hartes Fangirl gewesen wäre“. Forster erklärte: „Ich dachte, ich nehme mir einfach einen Riesenhit und gebe diesem ein heutiges Gewand um zu zeigen, wie gut das Stück ist“. Als Paddy dann erzählte, dass das Video damals 600.000 Euro gekostet hat, waren alle baff. Er erklärte, man habe damals Rekorde von Beatles und Michael Jackson gebrochen, deshalb sei das Geld damals eben da gewesen – rückblickend dennoch eine Verschwendung. Dann ist „Hitmaschine“ Forster dran und machte daraus einen modernen Popsong, der – Überraschung! – auch heute in der Version als Hit durchgehen würde. Während Moses Pelham auf große Emotion setzte, machte Forster einen tanzbaren Track aus dem Kelly-Song. Wie üblich trifft Forster damit ins Schwarze.


Stefanie Kloß möchte ein Engel sein

Die Silbermond-Frontfrau durfte den größten Hit der Kelly Family singen – „An Angel“, ein Stück, dass wohl jeder immer noch mitsingen kann und das Paddy zum Superstar machte. „Ich weiß, ich ziehe mir heute große Schuhe an, vielleicht sind sie zu groß. Aber wir wollten es zumindest probieren“. Kloß legte es ganz reduziert an, begann das Stück Acapella nur mit Gesang, erst nach dem ersten Refrain setzte das Streich-Quartett mit Pizzicato-Klägen ein, das Stück entwickelte sich zum Kammer-Pop. Dazu zeigte Stefanie eine grandiose Gesangsleistung, die keinen kalt lässt. Danach überkamen Stefanie die Tränen – und auch Paddy stand die Emotion ins Gesicht geschrieben.


Paddy ist im goldenen Zeitalter

Dann war der Besungene selbst an der Reihe und präsentierte das Stück „Golden Age“. Auch hier machte „Stadion-Paddy“ seinem Spitznamen alle Ehre und beschwor die Geister von U2 und The Killers herauf. Mit den Folk-Klängen der Kellys hatte dieser Song nichts mehr zu tun – der Musiker zeigt sich sichtlich gereift und ganz modern. Dann erzählte Paddy von seinem „Mega-Cut“: Nach dem Ende der Kellys ging der Musiker nämlich für einige Jahre ins Kloster – und lebte als Mönch.


Gentleman mag es geschüttelt – und berührt

Der Reggae-Sänger suchte sich das Stück „Shake Away“ aus und machte eine bemerkenswerte Ballade daraus, bei der Gentleman seinen gewohnten Patois-Gesang außen vorließ und gesanglich ganz neue Wege beschritt. Da gingen die Emotionen mit Paddy durch, die Tränen schossen ihm in die Augen. Gottseidank boten ihm die Gastgeber BossHoss zwei Paar Schultern zum Anlehnen. Zum Refrain hin entwickelte sich Gentlemans Version zu einem modernen Pop-Song mit euphorischem Refrain – seine beste Leistung in der vierten Staffel von „Sing meinen Song“. Gerührt und immer noch flennend stand Paddy auf und umarmte Gentleman. „Ich weiß nicht, was mit mir passiert ist, als er begann Shake Away zu singen. Ich glaube, ich habe mich durch ihn neu verstanden“. Was für ein großes Kompliment – und ein ganz besonderer Moment. „Ich musste an meine Eltern denken, mein ganzes Leben denken“, so Paddy.


BossHoss machen Rock

Das letzte Wort haben die Gastgeber – BossHoss nehmen sich das Stück „No Fuzz No Buzz“ vor und machen wenig überraschend einen stampfenden Country-Rocksong daraus, ein krasser Gegenpol zu den restlichen, hoch emotionalen Stücken der anderen. Rumspringen statt weinen – das hob die Stimmung wieder etwas.

Der eigentliche Gewinner des Abends: Gentleman, dem Paddy auch die Gewinnerukulele schenken wollte. Weil er es aber nicht übers Herz brachte, dass die anderen leer ausgingen, gab er die Ukulele der „Sing meinen Song“-Band – ein diplomatischer Move.


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