Simon-Wiesenthal-Zentrum: Michael Müller könnte auf Antisemiten-Liste landen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD)

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum (SWZ) erwägt, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf eine Liste mit den weltweit zehn schlimmsten Fällen von Antisemitismus zu setzen. Das berichtet die "Jerusalem Post" unter Berufung auf Rabbi Abraham Cooper, dem Vize-Direktor des SWZ.

Cooper kritisiert in dem Bericht zum einen, dass sich Müller in der Debatte um den Boykott-Aufruf der als antisemitisch bewerteten Gruppe BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) gegen das Berliner Pop-Kultur-Festival nicht zur Wort gemeldet hatte. Die BSD-Gruppe hatte vor allem auf arabische Künstler Druck ausgeübt und sie zur Absage gedrängt, weil die israelische Botschaft einer Künstlerin einen Reisekostenzuschuss von 500 Euro zahlt. Mehrere Bands folgten dem Aufruf.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte den BDS-Aufruf einen "völlig inakzeptablen Versuch, in die Freiheit der Kunst einzugreifen" genannt. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte den Boykott-Aufruf verurteilt.

Zum anderen kritisiert Cooper, Müller habe es versäumt, mit rechtlichen Schritte gegen die antisemitische Al-Kuds-Demonstration Ende Juni in Charlottenburg und Schöneberg vorzugehen und sich auch in diesem Fall nicht öffentlich zu Wort gemeldet.

Das SWZ veröffentlicht seit 2010 jährlich eine Liste mit den zehn schlimmsten antisemitischen Verunglimpfungen. Auf der Liste fanden sich auch Zitate einiger Deutsche, darunter Thilo Sarrazin und Jakob Augstein. Die Liste für das Jahr 2017 soll im Dezember veröf...

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