Sierra Leones 709 Karat „Friedens-Diamant” für 5,5 Mio. Euro versteigert

Ein Diamant mit 709 Karat, der in Sierra Leone gefunden und als „Friedens-Diamant” berühmt wurde, wurde für 5,5 Mio. Euro versteigert. (REUTERS/Nir Elias)

Einer der größten, ungeschliffenen Diamanten der Welt wurde von Sierra Leone für umgerechnet 5,5 Mio. Euro verkauft.

Der Stein mit dem Namen „Friedens-Diamant“ hat die Größe eines Eis und wurde in New York versteigert.

Der Erlös aus den Einnahmen soll in die Entwicklung des afrikanischen Landes investiert werden.

Laut Martin Rapaport, Vorsitzender der Rapaport Group, einem Netzwerk von Diamanten-Unternehmen, die die Auktion organisiert hatten, wurde der Diamant vom britischen Luxus-Juwelier Laurence Graff erworben.

„Einhundert Prozent des Wertes des Diamanten aus der Versteigerung geht an die Regierung und die Menschen von Sierra Leone. Das gab es noch nie“, sagte Rapaport.

Der Friedens-Diamant zur Ansicht bei der Rapaport Group in New York. (AFP Foto/TIMOTHY A. CLARY)

Der Diamant wurde im März in Sierra Leones östlicher Region Kono von einem christlichen Pastor gefunden, der ihn der Regierung übergab, um den Verkauf abzuwickeln.

Vor der Auktion am Montag wurde der Diamant rund 70 potenziellen Käufern gezeigt und es wurden sieben Gebote abgegeben”, sagte Rapaport.

„Wir zeigten den Diamant überall. Wir gaben unser Bestes und das ist der beste Preis, den wir auf dem derzeitigen Markt erzielen konnten“, sagte er.

Der Erlös des Verkaufs des Diamanten geht direkt an die Menschen von Sierra Leone. (REUTERS/Nir Elias)

Ein vorheriger Verkaufsversuch im Mai war nicht erfolgreich, da die Regierung von Sierra Leone das höchste Gebot von umgerechnet 6,6 Mio. Euro bei einer Aktion in der Hauptstadt Freetown ablehnte.

2003 hoben die Vereinten Nationen das Verbot des Diamanten-Exports aus Sierra Leone auf, allerdings leidet die 96 Mio. Euro schwere Branche unter Schmuggel-Aktivitäten.

Während des zehn Jahre andauernden Bürgerkrieges, der 2002 beendet wurde, zwangen die Rebellen Zivilisten Steine zu schürfen und kauften mit den Erlösen Waffen, was den Begriff „Blutdiamanten“ prägte.

Das Thema wurde auch von Hollywood in einem Film aufgegriffen und viele Prominente wurden daraufhin an den Pranger gestellt, weil sie diese Diamanten trugen. Außerdem gab es in der Folge viele Kampagnen, um auf diesen Handel aufmerksam zu machen.

Mark Dorman