Siemens zieht Konsequenzen aus Krim-Affäre

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Elektrokonzern Siemens hat nach dem Bekanntwerden vertrags- und sanktionswidriger Turbinen-Transporte auf die Krim Konsequenzen für sein Russland-Geschäft gezogen. So wird das Unternehmen ein Lizenzabkommen mit russischen Unternehmen beenden, welches die Lieferung von Ausrüstung für Kombikraftwerke betreffe, teilte Siemens am Freitag mit. Zudem trenne sich Siemens von seiner Minderheitsbeteiligung an dem russischen Unternehmen Interautomatika, welches Produkte und Dienstleistungen für Steuerungs- und Kontrollsysteme in Kraftwerken anbietet.

Bei bestehenden Verträgen mit staatlich kontrollierten Kunden in Russland stoppe Siemens außerdem bis auf weiteres die Lieferung von Kraftwerksausrüstung. Währenddessen will der Konzern ein neues Kontrollsystem einführen.

Man habe glaubwürdige Informationen erhalten, dass alle vier von Siemens für ein Projekt nach Russland gelieferte Gasturbinen vertrags- und sanktionswidrig auf die Krim weiter transportiert worden seien, erklärte Siemens. Das Unternehmen kündigte an, an seiner Strafanzeige gegen die Verantwortlichen seines Kunden TPE ebenso festzuhalten, wie an der Klage auf Einhaltung der Verträge.