Siemens-Wettbewerber General Electric: Ein grauenhafter Deal

Maximilian Völkl
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Siemens-Wettbewerber General Electric: Ein grauenhafter Deal

Vor zwei Jahren haben Siemens und General Electric um die Energiesparte des französischen Wettbewerbers Alstom gewetteifert. Der US-Konzern setzte sich durch und zahlte 8,5 Milliarden Euro. Im Nachhinein entpuppte sich die Übernahme aber als Schuss in den Ofen. Das Kraftwerkgeschäft ist mitverantwortlich für die großen Probleme des Industrieriesen.

„Es passt perfekt in unser Geschäft, kommt zur richtigen Zeit und zu einem guten Preis“, kommentierte der damalige GE-Chef Jeff Immelt den Milliardendeal. Es war im Nachhinein jedoch der schlechteste Zeitpunkt. Die Nachfrage nach Turbinen geht aufgrund der Energiewende stark zurück. GE streicht deshalb 12.000 Stellen in der Sparte – auch der ewige Rivale Siemens hat bereits angekündigt, dass tausende Jobs wegfallen.

„Die Ergebnisse von Alstom liegen klar unter unseren Erwartungen“, zeigt sich Immelt-Nachfolger John Flannery ernüchtert. Der schmerzhafte Stellenabbau war deshalb unvermeidbar. 3,5 Milliarden Dollar will der GE jetzt durch die Kündigungen einsparen. Viele Experten erwarten aber, dass der Einbruch im Gasturbinenmarkt kein zyklisches Problem ist und keine besseren Zeiten mehr auf die Industrie zukommen. In diesem Fall könnten die aktuellen Sparprogramme nur der Anfang vom Ende einer Branche sein.

Finger weg

GE hat mit zahlreichen Problemen in den Krisensparten zu kämpfen. Im zukunftsträchtigen Bereich der Digitalen Fabrik hat der Konzern zudem den Anschluss an Siemens, ABB und Co verloren. Im Aktienkurs spiegelt sich die schwache operative Entwicklung bereits wider. Seit Jahresanfang hat sich der Dow-Wert in etwa halbiert. Unter dem neuen Chef Flannery werden die Probleme jetzt zwar angepackt, noch bietet sich ein Neueinstieg aber nicht an. Anleger sollten nichts ins fallende Messer greifen. Die Wettbewerber ABB und Siemens sind besser positioniert.