Siemens: Starker Zugpartner – das Risiko bleibt aber hoch

Maximilian Völkl
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Siemens: Herbe Enttäuschung – EU unterschätzt China

Der Umbau bei Siemens befindet sich in vollem Gang. Nach der Windkraftfusion mit Gamesa und dem Börsengang der Medizintechniktochter Healthineers soll der Zusammenschluss der Zugtechnik mit Alstom folgen. Alstom hat nun starke Zahlen für das erste Quartal 2018/19 gemeldet. Allerdings haben die Kartellbehörden Zweifel angemeldet.

Dank Großaufträgen aus dem Nahen Osten und dem Zuschlag für das Metrosystem im kanadischen Montreal ist der Auftragseingang um 38 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro nach oben geschnellt. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro. Konzernchef Henri Poupart-Lafarge bestätigte deshalb die Prognose mit einem Umsatz von acht Milliarden Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von bis zu sieben Prozent.

Für Siemens ist die starke Entwicklung bei Alstom zwar erfreulich. Sorgen bereiten allerdings die Wettbewerbshüter der EU-Kommission. Diese hatten in der vergangenen Woche eine eingehende Prüfung der Fusion eingeleitet. Es werden Preiserhöhungen durch die starke Konzentration auf dem Markt für Hochgeschwindigkeitszüge und Signaltechnik befürchtet. Die Kartellbehörden folgen dabei wohl nicht der Argumentation von Siemens und Alstom, die ein europäisches Schwergewicht schmieden wollen, um dem chinesischen Weltmarktführer CRRC Paroli zu bieten – dieser strebt zunehmend auch nach Europa.

Dabeibleiben

Eine Fusion der Zugsparte macht Sinn. Siemens würde sich damit weiter vom Konglomeratsgedanken verabschieden. Es scheint aktuell aber völlig offen, ob die Zustimmung der Wettbewerbshüter erfolgt. Langfristig bleibt Siemens für konservative Anleger attraktiv. Vor allem die Digitale Fabrik und die Tochter Healthineers versprechen viel Potenzial. Anleger bleiben an Bord.