Siemens: Spektakuläre Woche – wie geht es jetzt weiter?

Maximilian Völkl
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Siemens: Der nächste Meilenstein

Am Mittwoch hieß es, dass die Fusion der Mobilitätssparte von Siemens mit dem kanadischen Wettbewerber Bombardier unmittelbar bevorstehen würde. Siemens-Konzernchef Joe Kaeser hat diesem Gedankenspiel allerdings eine Absage erteilt. Es gibt aber auch gute Nachrichten vom Zuggeschäft: Ein Großauftrag der Deutschen Bahn wurde ergattert.

60 Lokomotiven hat der Staatskonzern bei Siemens für die angeschlagene Güterverkehrstochter DB Cargo bestellt. Die ersten fünf sollen noch dieses Jahr ausgeliefert werden, der Rest in der zweiten Jahreshälfte 2018. Der Auftrag umfasst einen Wert von einer Viertelmilliarde Euro und soll DB Cargo wieder in die Spur bringen. Insgesamt könnte die Deutsche Bahn sogar bis zu 100 Loks von Siemens ordern.

Der neue Auftrag zeigt, dass die Mobilitätssparte auch eigenständig erfolgreich sein kann. Mit einer Marge von 8,7 Prozent liege Siemens weit vor den Wettbewerbern, so Finanzvorstand Ralf Thomas bei der Präsentation der Quartalszahlen. Das ist auch wichtig, nachdem CEO Kaeser die Erwartungen gedämpft hatte, dass es zeitnah zu einer Einigung mit Bombardier oder einem anderen Konkurrenten kommen wird. „Natürlich wird man eine starke Nummer 2 bauen müssen“, so Kaeser. Er würde aber nicht darauf wetten, „ob das so schnell und mit wem passiert“. Das Hauptproblem: Die mangelnde Kooperation der Wettbewerbshüter in Brüssel.

Aktie angeschlagen

Siemens wird eine Lösung für die Mobilitätssparte finden. Der angekündigte Börsengang der Medizintechniktochter Healthineers und die starke Position bei der Industrie 4.0 dürften die Aktie mittelfristig ebenfalls wieder nach oben treiben. Aktuell ist das Chartbild allerdings angeschlagen. Ein Neueinstieg bietet sich nach dem Abverkauf und den schwachen Zahlen erst nach einer Trendwende an. Investierte Anleger beachten den Stoppkurs bei 100 Euro.