Siemens-Rivale GE: Herber Einbruch – na und?

Maximilian Völkl
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Siemens-Rivale GE: Herber Einbruch – na und?

Seit Jahren kämpfen die Industriekonzerne Siemens und General Electric in zahlreichen Geschäftsbereichen um die Vorherrschaft. In wichtigen Zukunftsmärkten wie der Industrie 4.0 sind die Deutschen aktuell besser aufgestellt. Rein von der Größe her ist dagegen GE weiter das Maß der Dinge. Am Freitag hat der US-Konzern Einblick in seine Bücher gewährt.

Im zweiten Quartal musste General Electric deutliche Umsatzeinbußen und einen Gewinneinbruch hinnehmen. Wegen Problemen in der Energienetzsparte sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn brach von 3,3 auf 1,34 Milliarden Dollar ein – hier gab es vor einem Jahr allerdings einen Sondereffekt aus dem Verkauf des Geschäfts mit Haushaltsgeräten. Positiv: Analysten hatten im Vorfeld mit noch stärkeren Rückgängen gerechnet.

Während es bei den Erneuerbaren Energien und in der Kraftwerksparte gut lief, belastet vor allem die Entwicklung in der Energienetzsparte. Diese kümmert sich um Transport und Umwandlung von Energie, um die Stromversorgung zu gewährleisten. Kunden sind unter anderem Erdöl- und Gasfirmen, Schifffahrtsunternehmen oder die Bergbaubranche. Aufgrund des niedrigen Ölpreises nahmen dort zuletzt aber die Investitionen ab, was sich auch bereits beim Wettbewerber ABB negativ in den Zahlen bemerkbar gemacht hat.

Schwaches Bild

Wichtig für GE ist vor allem, dass der Cash-Flow wieder deutlich positiv war, nachdem es hier zuletzt Schwierigkeiten gab. Die Probleme des Konzerns setzen sich aber fort. Wahrscheinlich wird John Flannery, der ab 1. August den Chefsessel bei GE übernimmt, die Gewinnziele korrigieren müssen. Auch charttechnisch sieht es schlecht aus. Anleger bleiben an der Seitenlinie. Wer auf die Industrieautomation setzen will, ist langfristig mit Siemens besser aufgestellt.