Siemens: Jetzt reicht es!

Maximilian Völkl
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Siemens: Das lohnt sich noch nicht

Die Siemens-Aktie zählt am Montag im anhaltend schwachen Marktumfeld zu den stärksten Werten im DAX. Die Anleger honorieren, dass das Management inzwischen aktiv Schadensbegrenzung nach der Krim-Affäre betreibt. Zudem kann die Windtochter erneut einen Auftrag melden.

36 Windturbinen mit 76 Megawatt installierter Leistung soll Siemens Gamesa nach Mexiko liefern. Laut einer Faustformel kostet ein Megawatt Windkraft rund eine Million Euro. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Tochter einen Auftrag aus Indonesien über 20 Windturbinen erhalten. Zur Erinnerung: Seit April ist die Windkraftsparte von Siemens mit dem spanischen Wettbewerber Gamesa fusioniert und als eigenständiger Konzern an der Börse notiert. Mit einer 59-Prozent-Beteiligung gehört Siemens aber nach wie vor die Mehrheit.

Im Fokus steht bei Siemens allerdings nach wie vor die Krim-Affäre. Der Konzern hat inzwischen angekündigt, beim Russland-Geschäft vorerst die Reißleine zu ziehen. Offizielle in Russland haben zwar angekündigt, dass die Umsetzung der Pläne Folgen für Siemens haben werde. Experten glauben aber nicht, dass sich Kaeser dadurch beeinflussen lassen wird. Seit dem Schmiergeldskandal will der Konzern nur noch saubere Geschäfte machen. Für Gesamterlöse von etwa 1,2 Milliarden Euro in Russland dürfte Siemens nicht bereit sein, seine Reputation zu riskieren.

Langfristig stark

Die Krim-Affäre drückt auf die Stimmung, das Chartbild bei Siemens ist nach wie vor angeschlagen. Langfristig gilt aber weiterhin: Der DAX-Riese ist glänzend positioniert für die Zukunft und sollte vor allem im Zukunftsmarkt Industrie 4.0 punkten. Neueinsteiger warten aber die Trendwende ab. Wer investiert ist, bleibt mit einem Stopp bei 100 Euro an Bord.