Siemens: Harsche Kritik – das steckt dahinter

Maximilian Völkl
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Siemens: Harsche Kritik – das steckt dahinter

Siemens-Chef Joe Kaeser hat eine klare Vision für die Zukunft. Er will den Industriekonzern vom schwerfälligen Tanker zum flexiblen Flottenverbund umbauen. Diese neue Strategie findet Zustimmung bei den Investoren. Bei der IG Metall kommt der Wandel des DAX-Riesen dagegen nicht gut an.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hält Kaesers-Strategie für gefährlich. „Das ist Schönwetterpolitik“, kritisierte er im Manager Magazin. „Was passiert denn, wenn sich die Konjunktur eintrübt? Dann gilt die Erfahrung, dass die stabilen Geschäftsbereiche die kriselnden stützen.“ Doch diese Stabilität und die Synergien zwischen den Sparten, von denen Siemens immer gelebt habe, drohen verlorenzugehen. Hofmann kann die Strategie deshalb nicht nachvollziehen. „Wenn Herr Kaeser seine Schnellboote zehn Jahre auseinandersteuern lässt, wenn in dieser Zeit weitere Technologiesprünge kommen, dann tut es richtig weh“, warnte der IG Metaller. „Das ist kurzsichtig.“

Der Weg stimmt

Die Kritik an Kaeser ist unberechtigt. Eigenständig dürften die meisten Sparten erfolgreicher arbeiten als im Konglomerat. Zudem dürfen zukunftsträchtige Bereiche wie die Digitale Fabrik nicht dafür hergenommen werden, um beispielsweise die Kraftwerkssparte, die sich langfristig auf dem absteigenden Ast befindet, zu subventionieren. Anleger setzen auf den neuen Siemens-Weg und können zugreifen.