Siemens-Chef: Erstarken der AfD ist 'Niederlage der Eliten'

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Deutschland muss nach Einschätzung von Siemens -Chef Joe Kaeser Lehren aus den hohen Stimmengewinnen für die AfD bei der Bundestagswahl ziehen. Mit der AfD habe es eine "national-populistische Partei fulminant ins Parlament geschafft", meinte der Konzernlenker am Montag laut Mitteilung in München. "Das ist auch eine Niederlage der Eliten in Deutschland." Die Wähler der Partei seien als Menschen am Rande der Gesellschaft abgetan worden.

"Wir haben wieder zugeschaut, und das muss sich ändern", so der Siemens-Chef. "Es muss die Aufgabe von uns allen sein, Menschen, die sich zurückgesetzt fühlen, einzubinden und ihnen Perspektiven zu geben. Für den Wohlstand im Lande, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für Frieden und Freiheit ist genau das letztlich entscheidend."

Zugleich wünschte Kaeser Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und einem künftigen Kabinett für die kommenden Jahre viel Geschick. "Auch wenn es noch unklar ist, wie genau die nächste Koalitionsregierung aussehen wird: Entscheidend für ihren Erfolg wird sein, dass sie die anstehenden Veränderungen, die ich unter dem Stichwort gesellschaftlicher Wandel zusammenfassen möchte, mutig und ambitioniert angeht." Dazu gehörten Investitionen in die digitale Welt und höhere Ausgaben für Bildung und die duale Ausbildung, aber vor allem für die Fort- und Weiterbildung der heutigen Arbeitswelt.

Als Industrieland müsse Deutschland die "Vierte Industrielle Revolution" formen und so gestalten, dass möglichst alle Menschen davon profitieren. "Es geht also, wenn man so will, um die Verbindung von "Industrie 4.0" und "Soziale Marktwirtschaft 2.0"", so Kaeser.