Siemens-Betriebsratschefin kritisiert Konzern scharf

Vor einer Großkundgebung in Berlin zum geplanten Stellenabbau bei Siemens hat Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn den Konzern scharf kritisiert. "Wir wehren uns dagegen, dass der Strukturwandel auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden soll", sagte sie am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Belegschaft verlange, dass die von der Schließung bedrohten Standorte erhalten blieben und der geplante Stellenabbau zurückgenommen werde.

"Wir sind nicht gegen Strukturwandel", sagte Steinborn. Sie seien bereit, mit dem Management zu diskutieren, erwarteten dabei aber auch "Kompromissfähigkeit" seitens des Konzerns.

Siemens will weltweit in den kommenden Jahren 6900 Stellen streichen, davon rund die Hälfte in Deutschland. Mehrere Werke sollen ganz geschlossen werden. Siemens hatte die Kürzungspläne in der Kraftwerks- und Antriebstechnologie, die in der vergangenen Woche bekannt geworden waren, mit einem "rasant zunehmenden Strukturwandel" bei der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor begründet.

In Berlin sollte am Donnerstagvormittag der zweite Tag der Betriebsräteversammlung des Siemens-Gesamtbetriebsrats beginnen. Vorher versammelten sich hunderte Beschäftigte und Unterstützer, um gegen die geplanten Stellenstreichungen und Standortschließungen zu protestieren.