Iceman komplettiert Viertelfinale - Snakebite zittert sich weiter

SPORT1

Gerwyn Price hat als letzter Spieler das Viertelfinale der Darts-WM in London erreicht. 

Der Mitfavorit aus Wales besiegte zum Abschluss der Abendsession Simon Whitlock mit 4:2 - ohne dabei aber zu glänzen. 


Der "Iceman" konnte zu keiner Phase an seinen starken Auftritt im Drittrundenmatch gegen den Schotten John Henderson anschließen. Beim 4:0 hatte er am Freitag mit einem Drei-Darts-Average von 104,2 Punkten den bis dato zweithöchsten Durchschnitt bei dieser Weltmeisterschaft hingelegt.

Gegen den "Wizard" lag sein Average nun bei lediglich 92,35 Punkten. Der Mann aus Australien war aber nicht in der Lage, die eher unterdurchschnittliche Leistung von Price auszunutzen. Sein Average lag bei 90,4 Punkten, auf die Doppel war seine Quote bei 31,25 Prozent. 

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Price, der von den meisten Fans im Alexandra Palace mit Buhrufen empfangen wurde, startete nicht gut, lag aber dennoch mit 2:0-Sätzen in Führung. Den dritten Satz musste er schnell mit 0:3 abgeben. 


Die Partie drohte zu kippen. Whitlock startete mit einem Break in den vierten Satz. Spätestens ab diesem Zeitpunkt fand Price aber eine bessere Einstellung zum Spiel und drehte den Satz noch zu seinen Gunsten. 

Whitlock gab sich zwar noch nicht geschlagen und verkürzte im Schnelldurchgang auf 2:3, um dann aber den sechsten Satz abzugeben. 

Im Viertelfinale wird sich Price auf jeden Fall steigern müssen, um weiter im Turnier zu verweilen. Gegner ist niemand geringeres als Glenn Durrant (Spielplan und alle Ergebnisse der Darts-WM 2020).

Durrant ringt Dobey nieder

Der BDO-Weltmeister der vergangenen drei Jahre, setzte sich in seinem Achtelfinale am Ende etwas glücklich gegen Chris Dobey, den Bezwinger von Fallon Sherrock, durch. 


Für diesen war das Aufeinandertreffen mit seinem englischen Landsmann ein Spiel der verpassten Chancen. Beim Stand von 1:1 verspielte er sowohl im zweiten als auch im dritten Satz eine 2:0-Legführung. 

Im Angesicht des erneuten Achtelfinal-Aus drehte Dobey auf und glich zum 3:3 aus. 

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Durrant stoppte die Aufholjagd seines Gegners mit einer konzentrierten Leistung im siebten Satz. Im Stile eines Weltmeisters beendete er die Partie mit Finish von 146 Punkten. 

Wie ausgeglichen die Partie war, zeigt auch ein Blick auf die Statistik. Durrant lag mit seinem Drei-Dart-Avergage von 94,16 Punkten minimal vor Dobey (94,01). Auch die Doppelquoten der beiden Spieler waren nahezu identisch (Durrant: 39,47/Dobey: 39,39).

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Wright zittert sich ins Viertelfinale

Die dramatischste und beste Partie des Abends lieferten sich Peter Wright und Jeffrey de Zwaan.

Der Publikumsliebling aus Schottland gewann das Generationenduell gegen den Niederländer mit 4:3.

Wright startete furios und führte nach weniger als einer halben Stunde mit 3:0-Sätzen. Bis zu diesem Zeitpunkt spielte der WM-Finalist von 2014 sein mit Abstand bestes Darts im Turnierverlauf. 


Wright mit 149er-Finish

Höhepunkt war sein Finish von 149 Punkten zum 2:1 im zweiten Satz. Davon beflügelt gewann "Snakebite" auch die folgenden sechs Legs und war nur noch einen weiteren Leg-Gewinn vom Viertelfinale entfernt. 

Es folgte eine irre Aufholjagd des 23 Jahre alten Youngsters an den Niederlanden. De Zwaan drehte nicht nur Satz vier - nein, auch der fünfte und sechste Satz gingen an "The Black Cobra". In dieser Phase erinnerte er stark an seinen phänomenalen Auftritt in der 3. Runde, als er beim Sieg gegen Dave Chisnall mit über 106 Punkten den bisher höchsten Turnier-Average gespielt hatte.

Während de Zwaan immer selbstsicherer wirkte, zweifelte Wright zusehends mit sich selber. 

Auch der entscheidende siebte Satz begann aus seiner Sicht katastrophal. De Zwaan startete mit einem Break und war jetzt komplett auf der Siegerstraße. 


Doch ein echter Champion wäre nicht ein Champion, wenn er nicht auch in den schwierigsten Phase noch eine Schippe drauflegen könnte.

Wright gelang das Re-Break. Bis zum 4:3 aus seiner Sicht hielten er und De Zwaan ihren Anwurf. Mit einer 140 bei der ersten Aufnahme stellte Wright die Zeichen auf Sieg, den er bereits um einiges früher hätte sicherstellen können. 

Wright: "Meine Energie war weg"

"Nach dem dritten Satz war meine Energie komplett weg. Ich konnte mich nicht mehr fokussieren. Glücklicherweise habe ich mich noch über die Linie gerettet", sagte Wright nach der Partie auf SPORT1

Im Viertelfinale trifft er am Freitag auf Luke Humphries.