Sieg für Frankreichs Umweltschützer - Plan für Regionalflughafen gekippt

"Nein zum Flughafen": Sieg für die Umweltschützer

Symbolträchtiger Sieg für Frankreichs Umweltschützer: Nach Jahrzehntelangen Protesten haben sie das Aus für einen Regionalflughafen erwirkt. Die Regierung in Paris kippte am Mittwoch die Pläne für den Neubau in dem westfranzösischen Ort Notre-Dame-des-Landes nahe Nantes. Premierminister Edouard Philippe kündigte die Räumung des Geländes an, auf dem sich Aktivisten verschanzt haben.

Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron zieht damit die Notbremse in einem seit rund 45 Jahren schwelenden Konflikt. Premier Philippe sagte, dieser sei unlösbar geworden, der Flughafen habe zu einer "Spaltung" der Gesellschaft geführt. Stattdessen soll der alte Flughafen in Nantes modernisiert werden, der als überlastet gilt.

Von einem "Sieg" sprachen Greenpeace und lokale Umweltschutz-Organisationen. Politiker in der Region warfen der Regierung dagegen "Verrat" vor. Die Stadtverwaltung von Nantes sprach von einer "Missachtung der Demokratie" - bei einer Volksabstimmung im Juni 2016 hatte sich eine Mehrheit der Bürger für den neuen Flughafen ausgesprochen.

Die ersten Pläne für das Vorhaben stammen aus dem Jahr 1963, seit den 70er Jahren gibt es massiven Widerstand von Anwohnern und Umweltschützern. Sie warnten unter anderem vor einer hohen Lärmbelastung und Gefahren für heimische Arten. Rund 150 Aktivisten halten das Gelände seit Jahren besetzt und blockieren auch Landstraßen.

Premier Philippe setzte den Flughafengegnern eine Frist bis zum Frühjahr, um das rund 400 Hektar große Areal freiwillig zu verlassen. Ansonsten würden die "illegalen Besatzer" gewaltsam entfernt, sagte er. Die Aktivisten kündigten Widerstand an.

Der Regierung droht zudem eine hohe Ausfallzahlung an die Baugruppe Vinci. Die Rede ist von rund 350 Millionen Euro. Vinci hatte im Jahr 2000 die Ausschreibung für den Flughafen für sich entschieden.

Der Flughafen ist über die Jahrzehnte ein Symbol für den Kampf der französischen Umweltbewegung geworden. Einige ihrer bekanntesten Vertreter sind Gegner des Baus: unter ihnen der heutige Umweltminister und frühere Fernsehmoderator Nicolas Hulot und der globalisierungskritische Europaabgeordnete José Bové.