Nach Sieg im DFB-Pokal: Bei Bayern München kehrt der Spaß zurück

Robert Lewandowski empfiehlt den Bossen des FC Bayern, einen zweiten Stürmer zu verpflichten. Er wäre sogar gerne bereit, Spielzeit abzutreten.

Dem FC Bayern gelingt in der 1. Runde des DFB-Pokals ein überzeugender Sieg: Den Drittligisten Chemnitzer FC spielen die Münchner geduldig und konzentriert an die Wand. Die Laune vor dem Ligastart steigt.

Das Hochgefühl der Gute-Laune-Bayern bekam auch Bibiana Steinhaus zu spüren. Bei einem Freistoß legte sich der nicht nur spielerisch bestens aufgelegte Franck Ribery den Ball zurecht und zupfte dabei am Schnürsenkel der künftigen Bundesliga-Schiedsrichterin, die sich mit einem Lächeln und einem Klaps für den Streich des französischen Filous revanchierte.

Das souveräne 5:0 (1:0) in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten Chemnitzer FC war Balsam für die während der verkorksten Saisonvorbereitung geschundene Bayern-Seele, sechs Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Bayer Leverkusen (Freitag, 20.30 Uhr im LIVETICKER) war beim deutschen Rekordmeister der Spaß zurückgekehrt.

"Das war lustig. Sie hat das gut gemacht, war gut drauf. Mit den Schiedsrichtern kannst du auch Spaß machen. Es ist aber auch wichtig, dass man sich gegenseitig respektiert", sagte Ribery, der nach dem Streich humorlos den Freistoß zum zwischenzeitlichen 4:0 verwandelte. 

FCB: Konzentration und Seriosität der Schlüssel zum Erfolg

Für den am Samstag hochmotivierten Rekordpokalsieger aus München, der mit dem Gewinn des Supercups gegen Borussia Dortmund Selbstvertrauen getankt hatte, diente Chemnitz nur als Sparringspartner. Das Training unter Wettkampfbedingungen erfüllte seinen Zweck. "Es war ein gutes Spiel von uns. Wir haben eine gute Einstellung gezeigt", sagte Trainer Carlo Ancelotti. 

Vor allem der zweite Teil seiner Analyse beschrieb die Leistung seiner Mannschaft ganz gut: Die Münchner bespielten das Chemnitzer Bollwerk mit Geduld und zugleich mit größtmöglicher Konzentration und Seriosität.

"Es hat Spaß gemacht", sagte Nationalspieler Joshua Kimmich, "für uns war es wichtig, eine Runde weiterzukommen und Spielpraxis zu sammeln als Mannschaft." Die Vorbereitung sei ja "nicht so optimal" gewesen, "deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass wir da jetzt in den Rhythmus kommen".

Nicht zuletzt wegen vieler Verletzungen konnten sich die Münchner nicht so gut einspielen, jetzt scheinen sie mit dem vorhandenen Personal auf einem guten Weg. "Die Form ist sehr gut", sagte auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic bei Sky, "endlich haben wir mal alle Spieler an Bord."

Bayern: Viele Verletzte - trotzdem gute Frühform

Das war angesichts des fehlenden Personals allerdings ein wenig geschönt: Manuel Neuer kommt vielleicht schon am Freitag gegen Leverkusen zum Einsatz, auf jeden Fall länger fehlen werden Jerome Boateng, Thiago, Javi Martinez, James sowie Juan Bernat. Immerhin David Alaba und Arjen Robben kamen in Sachsen schon zu Kurzeinsätzen.

Aber die, die da waren, harmonierten ganz gut. Zunächst verhalf noch ein doppelt abgefälschter Freistoß von Robert Lewandowski (20.) zur Führung. Nach dem Treffer von Kingsley Coman (51.) ging es flotter: Nochmal Lewandoski (60.), Ribery (79.) und Mats Hummels (89.) sorgten für ein standesgemäßes Resultat.

"Die Bayern haben eine Qualität, die sucht ihresgleichen", stellte CFC-Torhüter Kevin Kurz fest. Und dabei hatte nicht mal die ganze Qualität der Bayern mitgespielt.