Sieben Verdächtige in Istanbuler "Reina"-Prozess unter Auflagen auf freiem Fuß

Im Prozess um den Anschlag auf den Istanbuler Nachtclub "Reina" hat ein türkisches Gericht sieben Verdächtige unter Auflagen aus der Haft entlassen. 44 weitere Verdächtige, darunter der mutmaßliche Attentäter Abdulkadir Mascharipow, müssen im Gefängnis bleiben, wie das Gericht in Silivri am Samstag entschied. Die aus der Haft Entlassenen gelten weiter als Beschuldigte und müssen sich regelmäßig bei den Behörden melden.

39 Menschen waren in der vergangenen Neujahrsnacht im Istanbuler Nachtclub "Reina" im Kugelhagel ums Leben gekommen. Vor dem Gericht im Gefängnis von Silivri müssen sich dafür der mutmaßliche Attentäter Mascharipow sowie 56 mutmaßliche Komplizen verantworten. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Der Usbeke hatte nach seiner Festnahme die Tat gestanden. Ihm drohen wegen "Mordes", "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und "Versuchs zum Umsturz der verfassungsmäßigen Ordnung" bis zu 40 Mal lebenslange Haft. Unter den Mitangeklagten ist auch seine Ehefrau Sarina Nurullajewa.

Der Attentäter hatte kurz nach Mitternacht den schicken Nachtclub am Bosporus-Ufer gestürmt und 39 Menschen erschossen sowie 79 weitere verletzt. Die meisten Opfer waren arabische Touristen, die dort Silvester feierten. Erst als dem Schützen die Munition ausging, ergriff er die Flucht, nahm ein Taxi und tauchte unter. Nach zweiwöchiger Suche wurde er in einer Wohnung in Istanbul gefasst.