Sieben Spitzmaulnashörner bei Transport in Reservat in Kenia gestorben

In Kenia ist ein weiteres Spitzmaulnashorn nach einem misslungenen Transport in einen anderen Nationalpark gestorben. Damit sind nach Regierungsangaben nun neun der elf vom Aussterben bedrohten Tiere tot

Sieben Exemplare der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner sind beim Transport in einen anderen Nationalpark im Süden Kenias gestorben. Die Umsiedlungsaktion im vergangenen Monat hätten sieben der insgesamt 14 Tiere nicht überlebt, sagte am Freitag ein Vertreter von Kenias Wildtier-Behörde KWS, der anonym bleiben wollte. Die Gründe für den Tod der sieben Nashörner seien noch unklar, sagte er.

Ein weiterer KWS-Vertreter bestätigte die misslungene Umsiedlung und kündigte eine Untersuchung an. Offiziell wollte sich die Behörde dagegen nicht zu dem Vorfall äußern. Der Transport der Tiere vom Nairobi-Nationalpark und vom Nakuru-See-Nationalpark in den Ost-Tsavo-Nationalpark war bereits im Juni erfolgt.

Der Transport von Nashörnern ist für die Tiere riskant: Sie werden narkotisiert und am Zielort wieder aufgeweckt. Allerdings ist es äußerst selten, dass dabei die Hälfte der Nashörner stirbt. Paula Kahumbu, Direktorin der Tierschutzorganisation Wildlife Direct, kritisierte das wochenlange Schweigen der Behörden über den Vorfall. "Etwas muss schief gegangen sein und wir wollen wissen, was es war", sagte sie.

Nach Angaben von Naturschützern gibt es derzeit nur noch knapp 5.500 Spitzmaulnashörner auf der Welt. Sie leben ausschließlich in Afrika. In Kenia gibt es nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF rund 750 Exemplare. Nashörner sind Ziel von Wilderern, ihre Hörner sind auf dem Schwarzmarkt begehrt.

Die Hörner bestehen wie etwa menschliche Fingernägel zwar nur aus Keratin, dennoch gelten sie in der asiatischen Medizin als Heilmittel. Das zu Pulver verarbeitete Horn wird illegal für zehntausende Dollar pro Kilogramm verkauft.