Sieben Mitarbeiter einer rheinland-pfälzischen Bank unter Geldwäscheverdacht

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen sieben zum Teil ehemalige Mitarbeiter einer rheinland-pfälzischen Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche. Darunter befinden sich nach Angaben der Behörde vom Donnerstag auch die beiden ehemaligen Geschäftsführer der Bank mit Sitz in Mainz.

Hintergrund des Verfahrens sind Ermittlungen dänischer Behörden gegen eine international agierende Gruppe wegen banden- und gewerbsmäßigen Steuerbetrugs. Die Ermittler im Nachbarland werfen der Gruppe vor, den dänischen Finanzbehörden Aktiengeschäfte vorgetäuscht zu haben. Sie sollen angegeben haben, Dividenden erhalten zu haben, von denen die dänischen Behörden eine Quellensteuer einbehalten hätten. Tatsächlich habe es diese Aktiengeschäfte nie gegeben.

Die Beschuldigten sollen gegenüber dem Fiskus behauptet haben, dass die Inhaber der Aktien US-Gesellschaften seien, die in den USA besteuert würden. Wegen eines bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens hätten sie Anspruch auf Rückerstattung der angeblich gezahlten Quellensteuer.

Der Schaden für den dänischen Staat durch die Steuerrückerstattungen beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Koblenz auf einen niedrigen einstelligen Euro-Milliardenbetrag. Durch die Taten seien US-Pensionsfonds begünstigt worden.

Einige dieser Fonds unterhielten demnach Konten bei einer Bank in Mainz. Darüber leitete die Tätergruppe nach Ansicht der Ermittler Rückerstattungsbeiträge weiter. Die sieben Beschuldigten des Ermittlungsverfahrens in Koblenz sollen gewusst haben, woher das Geld stammt, und dass es von Mainz aus auf Konten verschiedener Firmen in unterschiedlichen Ländern weitergeleitet wurde, um die Herkunft zu verschleiern.

Teilweise sollen die sieben Beschuldigten selbst am Steuerbetrug am dänischen Staat beteiligt gewesen sein. Die Ermittler werfen ihnen vor, Scheinbuchungen auf den Konten der rheinland-pfälzischen Bank getätigt und dem dänischen Fiskus falsche Dividendenbescheinigungen vorgelegt zu haben. Wie viel Geld in Mainz gewaschen wurde, werde noch ermittelt. Seit Anfang Februar befinden sich die beiden ehemaligen Geschäftsführer der Mainzer Bank in Untersuchungshaft.