Drei in Burkina Faso verschleppte Europäer von Angreifern getötet

Armel Baily
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Soldaten Burkina Fasos auf Patrouille

Drei im westafrikanischen Burkina Faso entführte Europäer sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen des Landes getötet worden. Zwei Spanier und ein Ire seien "von Terroristen exekutiert" worden, hieß es am Dienstag von Seiten einer ranghohen Quelle bei den Sicherheitsdiensten. Die Regierung in Madrid bestätigte, dass zwei spanische Journalisten unter den Opfern sind.

Die beiden Spanier und der Ire waren am Montag im Osten des Landes zusammen mit Umweltschützern und Soldaten unterwegs und dort verschleppt worden. Die bewaffneten Angreifer starteten ihre Attacke nach Angaben aus Sicherheitskreisen mit zwei Pritschenwagen und etwa einem dutzend Motorrädern. Welche Gruppe hinter dem Angriff steckt, blieb zunächst unklar.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez äußerte sich erschüttert über den Tod der Journalisten David Beriain und Roberto Fraile. Er würdigte sie für ihre "mutige und notwendige" Berichterstattung aus Konfliktgebieten. Beide galten als erfahrene Kriegsreporter. Die Regierung in Dublin bestätigte nur, dass sie in Kontakt mit der Familie des irischen Bürgers stehe.

Nach Angaben der spanischen Außenministerin Arancha González Laya drehten Beriain und Fraile eine Dokumentation über den Schutz der Nationalparks und der dort lebenden Bevölkerung sowie über die Maßnahmen gegen Wilderei in Burkina Faso. Der gewaltsame Tod der Journalisten zeige die "großen Gefahren, denen Reporter in der Sahel-Zone ausgesetzt sind", erklärte die Organisation Reporter ohne Grenzen.

Beriain hatte als Kriegsreporter gearbeitet und später eine Produktionsfirma gegründet, die sich auf Dokumentationen über illegale Aktivitäten spezialisierte. Fraile arbeitete für den spanischen Sender CyLTV. Laut spanischen Medienberichten war er Ende 2012 bei Recherchen in Syrien verwundet worden.

Die ehemalige französische Kolonie Burkina Faso wird immer wieder von islamistischen Gruppierungen heimgesucht, die aus dem benachbarten Mali ins Land eindringen. Rund 1200 Menschen fielen der Gewalt seit 2015 zum Opfer und mehr als eine Million Einwohner wurden in die Flucht getrieben.

In Burkina Faso gab es in den vergangenen Jahren wiederholt Entführungen. Im Januar wurde im Südwesten des Landes ein Geistlicher entführt und getötet. Im August 2020 war der Imam der Stadt Djibo drei Tage nach seiner Entführung tot aufgefunden worden.

Auch mehrere Ausländer wurden in den vergangenen Jahren in Burkina Faso entführt. Ein australisches Ehepaar war Anfang 2016 nahe der Grenze zu Mali verschleppt worden. Während Jocelyn Elliot etwa einen Monat später freigelassen wurde, fehlt von ihren Mann bis heute jede Spur. Eine Ende 2018 entführte Kanadierin und ihr italienischer Freund kamen nach einem Jahr Gefangenschaft frei.

mkü/