Showdown in den USA: Diese Aktien profitieren von einem Präsidenten Trump!

Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
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Es wäre wohl kein Wunder, wenn die nächsten Börsenwochen von einer zunehmenden Volatilität begleitet würden. Denn während derzeit die zweite Infektionswelle des Coronavirus über die USA und Europa fegt, finden in etwas mehr als einer Woche die Wahlen zum amerikanischen Präsidenten statt.

Eine Wahl, die richtungsweisend für die USA und folglich für den Rest der Welt sein könnte. Denn die politischen und wirtschaftlichen Aspekte sind weltweit so stark miteinander verknüpft, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir die Auswirkungen in Mitteleuropa spüren werden. Und zweifelsohne wird es Gewinner und Verlierer geben.

Daher sollte man sich, unabhängig davon, ob man eine zweite Präsidentschaft Trumps befürwortet oder nicht, fragen, welche Unternehmen oder Branchen von einer zweiten Amtszeit profitieren könnten.

Erdölindustrie

Wenn man sich einen marktbreiten Index von erdölverarbeitenden Unternehmen ansieht, ist unschwer zu erkennen, dass die gesamte Branche vor strukturellen Schwierigkeiten steht. Denn einerseits sind die Ölpreise durch den Einbruch der Nachfrage im Rahmen der Corona-Krise schwer unter Druck gekommen. Andererseits sorgt vor allem die lobenswerte Entwicklung in Richtung erneuerbare Energie für einen Rückgang der Erdölnachfrage.

In diesem Zusammenhang ist es denkbar, dass sich Donald Trump weiterhin für die Energiegewinnung mithilfe von fossilen Brennstoffen einsetzt. Das könnte sowohl den Bereich der Mobilität als auch die Energienachfrage im privaten und industriellen Bereich betreffen. Denn durch die Nichtvergabe von staatlichen Subventionen wird der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen für Private und Unternehmen teurer.

Dadurch würde die Nachfrage nach Erdöl voraussichtlich auf einem höheren Niveau bleiben, wenngleich auch in diesem Fall stagnieren. Mögliche Profiteure einer solchen Politik sind Unternehmen wie Exxon Mobile, Total oder Shell.

Rüstungs- und Verteidigungsindustrie

Während sich auch internationale Erdölunternehmen über einen höheren Ölpreis freuen dürften, bleiben die Auswirkungen auf die Rüstungs- und Verteidigungsindustrie voraussichtlich auf den amerikanischen Markt beschränkt. Denn das hohe Budget bei Rüstungsausgaben wird in der Regel am eigenen, überaus ausgeprägten Markt investiert.

Das liegt unter anderem auch daran, da die USA unzählige Weltmarktführer in diesem Bereich haben, die auch von einem republikanischen Präsidenten profitieren dürften. Denn die Budgetausgaben für die Landesverteidigung sind unter republikanischer Führung stets höher als unter den Demokraten.

Zu den möglichen Profiteuren zählen demnach Unternehmen wie Boeing, Raytheon, Lockheed Martin und Northrop Grumman.

Old Economy

Weiters könnten Unternehmen, die laut Donald Trump immer noch den amerikanischen Traum vermitteln, von einer zweiten Amtszeit profitieren. Ausdrücken könnte sich dies beispielsweise durch weiterhin gelockerte rechtliche Rahmenbedingungen sowie durch die Vergabe von staatlichen Aufträgen.

Als möglicher Profiteur bietet sich hier beispielsweise Caterpillar an. Bereits in seiner ersten Amtszeit wurden namhafte Manager ins weiße Haus eingeladen, wobei auch die Möglichkeit für eine Produktpräsentation genutzt wurde. Damals kommentierte Donald Trump die Präsentation mit einer Liebesbekundung für Caterpillar. Demnach gehe ich schwer davon aus, dass sich die Aktie des Baumaschinenproduzenten auch im Portfolio Trumps wiederfindet. Die Aussichten für den Konzern könnten demnach schlechter sein.

Ausblick

Derzeit ist noch nicht abzuschätzen, ob Trump oder Biden die besseren Karten für das Amt des Präsidenten haben. Während manche Umfragen von einem leichten Vorsprung Bidens ausgehen, gehen andere davon aus, dass es derzeit ziemlich unentschieden steht.

Nichtsdestotrotz solltest du als Aktionär versuchen, die Lage objektiv zu beobachten. Denn Sympathie oder Antipathie für den einen oder anderen Kandidaten könnte dazu führen, dass man eine Fehlentscheidung an der Börse trifft. Daher empfehle ich dir, dein Portfolio so zu strukturieren und auszurichten, dass du als Aktionär mit beiden Kandidaten leben kannst. Denn das Schicksal deines Aktiendepots hast du stets selbst in der Hand und solltest es nicht in den USA entscheiden lassen.

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Michael besitzt Aktien von Exxon Mobile. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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