Shopify: Hohe Chancen zu einem angemessenen Preis

Benedikt Kaufmann

Trotz starker Quartalszahlen ging es für die Shopify-Aktie bergab. Zwar wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erneut erhöht, doch das rapide Wachstum wird sich wohl nicht aufrechterhalten lassen. Zum Ende der Handelswoche erholte sich das Papier leicht – auf Wochensicht bleibt dennoch ein Kursverlust von sieben Prozent stehen.

Shopify erzielte im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal einen Umsatzzuwachs von 72 Prozent auf 172 Millionen Dollar. Zeitgleich dämmte der E-Commerce-Konzern den Anteil des operativen Verlusts am Umsatz auf 7,4 Prozent ein (Q4 2016: 9,5 Prozent).

Starke Zahlen, welche die Erwartungen der Analysten übertrafen - insbesondere das Umsatzwachstum sticht heraus. Doch das hohe Tempo ist schwer beizubehalten. Laut Unternehmensprognose soll im laufenden Quartal der Erlös "nur" um 57 Prozent ansteigen.

Short-Attacke bald verdaut

Zur schwachen Prognose gesellt sich die Unsicherheit nach der Short-Attacke von Citron Research. Investoren und Analysten hofften, dass Shopify mehr Details zu Kundenbeziehungen und Geschäftsmodell liefert, doch das Unternehmen schwieg.

Nach Meinung des AKTIONÄR sollten sich Anleger jedoch nicht abschrecken lassen, denn das Hauptargument des US-Short-Sellers, die Bewertung von Shopify sei verglichen mit anderen Software-as-a-Service-Anbietern wie Workday und Salesforce zu hoch, ist äußerst schwach. Sicherlich ist Shopify mit einem KUV von 20 mehr als doppelt so hoch bewertet wie die Konkurrenz. Im Peergroup-Vergleich ist das hohe KGV jedoch gerechtfertigt, denn die Erlöse des E-Commerce-Konzerns dürften im laufenden Jahr mit einem Plus von 67 Prozent auch doppelt so schnell anwachsen.

Mutige kaufen nach

Schwache Prognose gemischt mit anhaltender Unsicherheit – das drückt den Kurs. Dagegen stehen das enorme Wachstumspotential und das schnellere Voranschreiten in Richtung Profitabilität. Shopify bleibt riskant, bietet jedoch auch hohe Renditechancen. Mutige Anleger nutzen die aktuelle Schwäche zum Nachkauf.