Shitstorm gegen Real wegen Moschee-Schränkchen

Die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul – ein Motiv, das Real nun Ärger einbrachte. (Bild: ddp)

Dass Real im Onlineshop Badezimmermöbel mit dem Abbild zweier Moscheen angeboten hat, kam nicht bei allen Verbrauchern gut an. Weil neben wütenden Beschwerden auch Drohungen ausgesprochen wurden, ermittelt nun die Polizei.

Es war ein Online-Angebot auf der Plattform des Einzelhändlers Real, das einige Menschen so sehr in Rage brachte, dass die Polizei Ermittlungen aufnehmen musste. Der Grund: Auf den angebotenen Badezimmerschränken wurde die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul und eine weitere Moschee in Abu Dhabi gezeigt.

Was genau an diesem Motiv als störend empfunden wird, erklärt der vom „Berliner Kurier“ zitierte Kommentar einer aufgebrachten Facebook-Userin: „Nach unserem Glauben ist das Badezimmer ein ‘unreiner Ort’ und demnach hat dort das Abbild einer Moschee nichts verloren.“


Mit Unmutsbekundungen wie diesen konnte das Unternehmen noch umgehen, weil zwei Beschwerden aber drohende Aspekte enthielten, schaltete Real schließlich die Polizei ein. Laut einer Anfrage von „Der Westen” gehe die Polizei aber von keiner akuten Bedrohung aus.


Sehr geehrte Damen und Herren, İch musste soeben mit Erschütterung feststellen, dass Sie in İhrem Onlineshop Badezimmer…

Posted by Celal Paşa on Monday, September 25, 2017

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Auch das „Deutsch Türkische Journal“ bat Real um eine Stellungnahme zu diversen Boykott-Aufrufen. „Zum Frühjahr 2017 war real.de ein reiner Onlineshop. Dieser wurde jedoch mittlerweile zu einem so genannten Online-Marktplatz erweitert. Neben Real selbst bieten jetzt auch andere Händler (Drittanbieter) über die Website Produkte an“, so der Pressesprecher des Unternehmens. Des Weiteren beteuerte der Sprecher, dass alle Produkte, die auf der Website angeboten werden, gegen keinerlei Gesetze verstoßen würden.

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Mittlerweile wurden die Badezimmerschränke vom Drittanbieter aus den Online-Angeboten bei Real entfernt.