Shiffrin: Ich hatte meine Gefühle nicht unter Kontrolle

Shiffrin: Ich hatte meine Gefühle nicht unter Kontrolle

Ski-Rennläuferin Mikaela Shiffrin (USA) hat ihre Emotionen nach dem Gewinn der Goldmedaille im olympischen Riesenslalom von Pyeongchang für ihr Scheitern im Slalom nur einen Tag später verantwortlich gemacht. Sie habe es nach fünf Tagen mit Programmänderungen und Warten auf die Rennen sowie ohne einen Tag Pause zwischen beiden Rennen "nicht geschafft", genügend Energie für ihre Paradedisziplin aufzubringen, teilte sie in einer langen Nachricht auf Twitter mit.
Sie überlege nach wie vor, schrieb Shiffrin, was gewesen wäre, wenn ...: "Wenn ich mich nach dem Riesenslalom besser unter Kontrolle gehabt hätte, hätte ich mehr Energie für den Slalom gehabt und hätte vielleicht darin mehr investieren können, und vielleicht hätte ich dann meine Nerven besser unter Kontrolle gehabt, und vielleicht ...". Im Nachhinein betrachtet aber hätte sie nichts anderes tun können, betonte sie, "selbst wenn ich eine zweite Chance bekommen hätte".
Sie verspüre allerdings keine Wehmut, beteuerte Shiffrin. "Nicht um alles in der Welt" würde sie etwas daran ändern wollen, dass es ihr nicht gelungen sei, ihre Gefühle zu kontrollieren. Für sie gehe es bei Olympia genau so sehr darum, Herz und Leidenschaft zu zeigen wie Medaillen zu gewinnen. "Ich würde meine Emotionen nach dem Riesenslalom nicht für eine bessere Chance auf eine Medaille im Slalom eintauschen wollen." 
Das, was sie erlebt habe, sei das wahre Leben, schrieb sie zum Abschluss. "Es ist unglaublich und erschreckend und wunderbar und brutal und aufregend und nervenzerfetzend und wunderschön. Und, ganz ehrlich, ich bin so dankbar, dass ich ein Teil davon sein kann." Shiffrin will in Pyeongchang noch die Abfahrt und die Kombination bestreiten.