SGL CARBON SE: SGL Group erwirbt Minderheitsbeteiligung der BMW Group am Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers (SGL ACF)

SGL CARBON SE / Schlagwort(e): Fusionen & Übernahmen/Joint Venture
SGL CARBON SE: SGL Group erwirbt Minderheitsbeteiligung der BMW Group am Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers (SGL ACF)

24.11.2017 / 13:42 CET/CEST
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SGL Group erwirbt Minderheitsbeteiligung der BMW Group am Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers (SGL ACF)
 
  • Die SGL Group wird nach schrittweisem Erwerb des 49-Prozent-Anteils von BMW Group zwischen Anfang 2018 bis spätestens Ende 2020 alleinige Eigentümerin des bisherigen Joint-Ventures SGL ACF
  • Zukauf entspricht der Strategie, alle Stufen der Carbonfaser-Wertschöpfungskette aus einer Hand anzubieten
  • Kooperation mit der BMW Group für die Zulieferung von Carbonfaser-Materialien wird fortgesetzt
  • Keine Auswirkungen auf Aktienbeteiligung der BMW AG an der SGL Carbon SE
  • Transaktion erhöht Umsatz, EBITDA und Nettoverschuldung der SGL Carbon SE im Geschäftsjahr 2018; Mittelfristziele der SGL Carbon SE bleiben bestehen
     
    Wiesbaden/München, 24. November 2017. Die SGL Carbon SE hat heute eine Vereinbarung mit der BMW Group zum Erwerb der 49-Prozent-Beteiligungen der BMW Group an den Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers GmbH & Co. KG (Wackersdorf, Deutschland) und SGL Automotive Carbon Fibers LLC (Moses Lake, Bundesstaat Washington, USA) - zusammen SGL ACF -  unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht im Detail einen schrittweisen Erwerb der beiden SGL ACF Unternehmen vor. Zunächst soll die SGL Automotive Carbon Fibers GmbH & Co. KG auf die SGL Group übergehen. Das Closing wird voraussichtlich im Januar 2018 erfolgen. Im zweiten Schritt wird die SGL Automotive Carbon Fibers LLC an die SGL Group übertragen. Hier wird spätestens Ende 2020 mit dem Closing gerechnet, dieses kann auf Verlangen der SGL Group aber jederzeit früher erfolgen. Nach dem Vollzug wird die SGL Group alleinige Eigentümerin der SGL ACF. Die Transaktionen stehen unter dem üblichen Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden.
     
    Infolge der Transaktion wird die SGL Carbon SE ab dem Geschäftsjahr 2018 die SGL ACF im Konzernabschluss voll konsolidieren (zuvor: anteilige Konsolidierung entsprechend der Beteiligungsquote von 51%) und vollständig dem Geschäftsbereich Composites - Fibers & Materials (CFM) zuordnen. Daraus wird eine Erhöhung des Konzernumsatzes um einen mittleren zweistelligen und eine Erhöhung des Konzern-EBITDA (entsprechend der im Geschäftsbericht 2016 verwendeten Definition) um einen niedrigen zweistelligen Millionen Euro Betrag erwartet. Unterm Strich sollte die Transaktion lediglich einen kleinen positiven Effekt auf das Konzernergebnis haben, da höhere Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation sowie höhere Zinsaufwendungen infolge der Vollkonsolidierung der Schulden der SGL ACF den EBITDA-Zuwachs teilweise aufzehren werden.
    Der effektive Mittelabfluss im Geschäftsjahr 2018 für die Transaktion resultiert lediglich aus dem vereinbarten Kaufpreis für das Gelegewerk in Wackersdorf in Höhe von rund 24 Millionen Euro. Dennoch wird sich die Nettoverschuldung der SGL Carbon SE um etwa 100 bis 150 Millionen Euro erhöhen, da aufgrund der Vollkonsolidierung die Schulden beider Standorte Wackersdorf und Moses Lake im Abschluss der SGL Group berücksichtigt werden müssen, obwohl die BMW Group weiterhin die Finanzierung für Moses Lake bereitstellt bis zum Closing der zweiten Transaktion spätestens Ende 2020 (bisherige Fälligkeit Ende 2018). Der Kaufpreis für den Standort Moses Lake liegt bei rund 62 Millionen US-Dollar und wird erst bei Closing der zweiten Transaktion spätestens 2020 fällig.
     
    Die Transaktion hat keinen Einfluss auf unsere veröffentlichten Mittelfristziele und deren erwartete Erreichung. Die avisierte Kapitalrendite (ROCE auf EBITDA Basis wie im Geschäftsbericht 2016 definiert) von mind. 15 % bei einem akquisitionsbedingten höheren Umsatzziel als die bisher kommunizierten 1,1 Milliarden Euro bis 2020 wird ebenso bestätigt wie die angestrebte Eigenkapitalquote von über 30 %, ein Gearing (Nettoverschuldung zu Eigenkapital) von ca. 0,5 sowie eine Verschuldungsquote (Nettoverschuldung zu EBITDA) von unter 2,5.
     
    Für die SGL Group sind Carbonfaser und Carbonfaser-Materialien ein Kernelement der Unternehmensstrategie. Die Transaktion zum jetzigen Zeitpunkt ist für die SGL Group ein Schritt hin zur konsequenten Konsolidierung aller wesentlichen Aktivitäten der Wertschöpfungskette von der Carbonfaser über Materialien bis hin zu Komponenten unter dem Dach und damit der Gesamtverantwortung der SGL Group. In diesem Kontext steht auch die vor zwei Wochen angekündigte geplante vollständige Übernahme der Benteler SGL GmbH & Co. KG, ein bisheriges Gemeinschaftsunternehmen mit der BENTELER Automotive.
     
    Die bestehenden Lieferverträge für den Bezug von Carbonprodukten von SGL ACF für den BMW i3, den BMW i8 sowie den BMW 7er bis in das nächste Jahrzehnt bleiben von der Transaktion unberührt. Darüber hinaus hat die BMW Group mit der SGL Group im Zusammenhang mit dieser Transaktion eine Vereinbarung zur Fortführung der Geschäftsbeziehung bei zukünftigen Projekten mit Einsatz von Carbon geschlossen.
     
    Die Transaktion hat zudem keine Auswirkung auf die Aktienbeteiligung der BMW AG an der SGL Carbon SE in Höhe von rund 18,3 %. Nach Auskunft der BMW AG steht diese Kapitalbeteiligung nicht zur Disposition.
     
    Das Gemeinschaftsunternehmen SGL ACF wurde im Jahr 2009 mit dem Ziel gegründet, die Verwendung des Leichtbau-Werkstoffs Carbon in der Automobilbranche zu etablieren und die Versorgung der BMW Group mit Carbonfasern und -Gelegen zu sichern. Seither haben sich die SGL Group und die BMW Group durch die gemeinsame Entwicklungsarbeit und den Aufbau zweier Werke eine führende technologische Position im Bereich der Carbonfaser-Verbundwerkstoffe erarbeitet. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete SGL ACF rund 90 Millionen Euro Umsatz. 
 
 
 

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