Sexualisierte Gewalt: Boxverband fordert harte Strafen

SID
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Der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) hat im Falle der Vorwürfe von sexualisierter Gewalt gegen drei Trainer in Baden-Württemberg harte Strafen gefordert. Zeugen wurden bereits vernommen, die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Heidelberg geleitet.

"Sofern juristisch erwiesen ist, dass die Vorwürfe zutreffen, müssen diese Einzelpersonen mit möglichst großer Außenwirkung aus unserem Sport entfernt werden" sagte Michael Müller, Sportdirektor und Generalsekretär des DBV, in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Donnerstag-Ausgaben).

Müller erklärte, er könne die Staatsanwaltschaft, den Landessportverband und den Boxverband Baden-Württemberg nur auffordern, alles zu tun, "um die Sache gründlich und in allen Details aufzuklären". Es dürfe nichts verschwiegen werden.

Zugleich widersprach Müller Äußerungen, wonach die Strukturen im Boxsport sexualisierte Gewalt begünstigen würden. Eine gewisse Nähe zwischen Trainern und Athleten gehöre sicher dazu, dennoch müssten die Trainer "korrekt, klar und sauber agieren, das ist absolut unabdingbar", so Müller.

Allerdings räumte Müller auch ein, dass der deutsche Sport "ein sehr großes Problem mit sexualisierter Gewalt", habe, das "absolut ernst genommen werden" müsse. Deshalb fordert er, dass jeder Verein ? unabhängig von der Sportart - eine Vertrauensperson für sexualisierte Gewalt berufen sollte.