Sexismus? Kundin kritisiert Saturn wegen DVD-Auswahl

Nicht jeder ist mit den DVD-Empfehlungen des Elektronik-Riesen Saturn zufrieden. (Bild: Monika Skolimowska/dpa)

Die Elektronikkette Saturn muss sich derzeit auf Twitter einer Sexismus-Debatte stellen.

Ein Foto, das Twitter-Userin Laura Blavatsky kürzlich auf ihrem Account postete, zeigt ein DVD-Regal in einer Filiale des Entertainment-Riesen mit der Aufschrift „Was Frauen schauen“. Zweifellos folgt die Saturn-Auswahl einem gewissen Muster: In erster Linie stehen Romanzen und romantische Komödien im Auswahl-Regal, unter anderem die Filme „Was das Herz begehrt“, „Casablanca“ und „Traumfrauen“.
Das wollte Blavatsky nicht auf sich sitzen lassen. „Hallo @SaturnDE, hab eure sexistische Kackscheisse beseitigt und als Frau mal ein paar Filme eingeräumt, die ich so schauen will!“, schrieb sie auf Twitter – und löste damit eine Debatte aus.

Die Liebesfilme tauschte sie durch eine Vielzahl an Action- und Science-Fiction-Filmen aus, die ein konträres Bild zu den ursprünglichen Empfehlungen der Handelskette bot.

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Längst nicht alle pflichteten dem Sexismus-Vorwurf bei. „Der Markt verlangt und Saturn liefert. Daran, dass du mit deinem Geschmack vielleicht nicht die Mehrheit der Frauen triffst, denkst du nicht?“, schrieb ein User.

Eine prominente Antwort auf diese Kritik an der Kritik gab es vom deutschen Schriftsteller und Satiriker Shahak Shapira: „Max, tut mir leid, aber so funktioniert der Markt nicht. Der Lieferant formt das Verlangen, nicht der Markt.“

Blavatsky selbst untermauerte ihre Kritik nochmals. „Es geht darum, dass Vorannahmen getroffen werden, dass Männer Explosionen und Frauen Gefühle wollen. 2017 einfach Schwachsinn“, ging sie auf Gegenstimmen ein, die argumentierten, hierbei handle es sich rein um Kaufempfehlungen, die auf Durchschnittswerten basierten.

Auch Saturn selbst antwortete – und bezog sich kurz und knapp auf das umgeräumte Regal mit der Filmauswahl der Kritikerin: „Find ich cool. Gute Auswahl!“

„Ich glaube ja dran, dass jeder einfach die Filme schauen kann, die er mag“, so die zweite unaufgeregte Antwort des Social-Media-Accounts.

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