Sexismus: Elizabeth Banks greift Steven Spielberg an. Zu Unrecht?

Elizabeth Banks übersah bei ihrer Rede wesentliche Fakten. (Bild: FayesVision/WENN.com)


Wie ist das nun mit Frauen in Hollywood? – Bei den „Women in Film Crystal + Lucy Awards“ greift die Schauspielerin Elizabeth Banks den Kultregisseur Steven Spielberg scharf an und wird dafür ebenso scharf kritisiert. Ihre Fakten scheinen schlichtweg falsch zu sein. Aber ihre Wut ist vielleicht trotzdem nicht ganz unberechtigt.

Es ist kein Geheimnis, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Hollywood noch nicht besonders vorangeschritten ist. Zwar machen die Reaktionen von Kritikern und dem Publikum von „Wonder Woman“ gerade deutlich, dass ein Film auch enorm erfolgreich sein kann, wenn der Hauptcharakter eine Frau ist. Trotzdem sind diese in der Regel immer noch deutlich unterrepräsentiert.

Mit harten Worten thematisierte Elizabeth Banks bei ihrer Dankesrede anlässlich des „Women im Film Crystal + Lucy“-Awards am Dienstagabend nun dieses grobe Missverhältnis. Ihren Ärger entlud sie hauptsächlich an Hollywoodurgestein und Regie-Legende Steven Spielberg: „Ich habe „Indiana Jones“ gesehen und „Der Weiße Hai“ und ganz nebenbei … Er hat noch nie einen Film mit einer weiblichen Hauptrolle gemacht. Tut mir leid, Steven, ich will dich hier nicht bloßstellen, aber wahr ist es trotzdem“, schimpfte Banks laut „The Wrap“.

Shari Belafonte machte Banks auf ihren Fauxpas aufmerksam. (Bild: FayesVision/WENN.com)

Im Publikum wollten allerdings nicht alle diesen Vorwurf unwidersprochen stehen lassen. Vergessen hatte Banks nämlich das Bürgerrechts-Drama „Die Farbe Lila“ mit Whoopi Goldberg, „The Sugarland Express“ mit Goldie Hawn und „BFG – Big Friendly Giant“ mit Ruby Barnhill in der Hauptrolle. Als die Schauspielerin Shari Belafonte Kollegin Banks deswegen aus dem Publikum heraus korrigierte, ging diese über den Einwurf einfach hinweg.

Vor allem, dass sie „Die Farbe Lila“ vergessen hatte, brachte Banks im Nachhinein einen regelrechten Shitstorm ein. Auf Twitter wurde ihr unter anderem vorgeworfen, mit „Frauen“ nur „Weiße Frauen“ zu meinen.


Diese Kritik veranlasste Banks nun dazu, sich via Twitter zu entschuldigen:


Trotz ihres Fehlers und der Kritik, Fakt bleibt: Frauen spielen in Hollywoodfilmen sehr viel seltener starke, selbstbestimmte Charaktere. Dass Frauen gleichzeitig häufig weniger Geld verdienen als ihre männlichen Kollegen, wurde ebenfalls des Öfteren diskutiert. 2015 haben mehrere Schauspielerinnen offen dagegen protestiert, nachdem Jennifer Lawrence die ungerechte Bezahlung angeprangert hatte.