Sex-Übergriffe: Gefeuerter NBC-Moderator will "vollzeit" an sich arbeiten

"Es ist wieder ein schwieriger Morgen, denn in unserer Top-Story geht es wieder um unseren Ex-Kollegen ..." sagte NBC-Morgenmagazin-Moderatorin Savannah Guthrie - der langjährige "Today"-Moderator Matt Lauer war wegen sexuellen Fehlverhaltens gefeuert worden. Lauer gab eine Erklärung ab: "Die letzten zwei Tage haben mich gezwungen, meine eigenen beunruhigenden Fehler sehr genau zu wahrzunehmen." Er sei "wirklich traurig" – und werde "vollzeit" an sich arbeiten.

MATT LAUER WÖRTLICH:

"Es gibt keine Worte, meine Trauer und mein Bedauern über den Schmerz auszudrücken, den ich anderen durch Worte und Taten verursacht habe. An die Menschen, denen die ich wehgetan habe: Es tut mir wirklich leid. Während ich dies schreibe, erkenne ich das Ausmaß an Schaden und Enttäuschung, das ich zu Hause und bei NBC ausgelöst habe.

Einiges von dem, was über mich gesagt wird, ist unwahr oder geht in die falsche Richtung, aber es gibt genug Wahres in diesen Geschichten, um mich schuldig und beschämt zu fühlen. Ich bedauere, dass meine Schmach jetzt von den Menschen geteilt wird, die ich sehr schätze.

* Die Reparatur des Schadens wird viel Zeit und Insichgehen erfordern und ich bin entschlossen, diese Mühe auf mich zu nehmen. Das ist jetzt mein Vollzeitjob. Die letzten zwei Tage haben mich gezwungen, meine eigenen beunruhigenden Fehler sehr genau zu wahrzunehmen. Es ist   demütigend gewesen. Ich habe Glück, von den Menschen umgeben zu sein, die ich liebe. Ich danke ihnen für ihre Geduld und Gnade."

Nach der Entlassungs-Nachricht hatten sich nochmal zwei Frauen gemeldet, mit ihren eigenen Lauer-Erfahrungen.

"Variety", 29/11/2017

US-Präsident Donald Trump reagierte auf Lauers Entlassung via Twitter. Die Verantwortlichen bei NBC und dem Mutterunternehmen Comcast gehörten gefeuert, "weil sie so viel Fake News rausbringen."

US-Fernsehzuschauer kannten Matt Lauer seit 1997 als Gesicht des Morgenmagazins "Today", wo er einen dreistündigen Mix aus Nachrichten, Kochrezepten und Promi-Plaudereien präsentierte. Sein Jahresgehalt wurde auf 25 Millionen Dollar geschätzt.

BENIMM-SEMINARE IN SENAT UND REPRÄSENTANTENHAUS

Das US-Repräsentantenhaus bewältigt das Problem

sexueller Übergriffe auf seine Weise: Man beschloss ein Training für alle Abgeordneten

zur Vermeidung solcher Fälle. Ab kommendem Jahr müssen alle 435

Abgeordneten und deren Mitarbeiter an entsprechenden Seminaren

teilnehmen, entschied die Kammer. Der US-Senat hatte bereits

Anfang November für eine ähnliche Resolution gestimmt.

su mit dpa