Severinsbürgerpreis: Beim Singen gleich auch Kölsch lernen

Bruno Praß, früherer Leiter der Grundschule Zugweg, bringt Kindern das Brauchtum nahe

Wenn das nicht typisch Veedel ist: "Agrippina, Agrippinensis", schallte es durch die Severinstraße. Mit kölschen Ehren empfing eine Musikkapelle mit Quetsch und decke Trumm Bruno Praß, vor dem Eingang des Odeon-Kinos. Die Familien Odenthal und Koch und die "Freunde der Schule Zugweg vun 1975" gratulierten ihrem Freund Praß musikalisch zum Severinsbürgerpreis, der ihm kurze Zeit später vom gleichnamigen Verein im Saal des Südstadt-Kinos verliehen wurde.

Seit 1984 vergibt der Verein den mit 2222 Euro dotierten Preis an eine Person oder Institution, die sich in besonderem Maße um kölnische Sprache, Kultur, Lebensart und Brauchtum engagiert hat. Nach Ansicht der Jury erhalte der langjährige ehemalige Schulleiter der Grundschule Zugweg die Auszeichnung, da er den Kindern die Begeisterung für die kölsche Tradition vermittelt habe, sagte Vereinsvorsitzende Ursula Jünger bei ihrer Begrüßung. Bruno Praß trage damit erheblich zur Förderung des musikalischen Nachwuchses bei. Seit den 1950er Jahren wird an der Katholischen Grundschule die kölsche Sprache intensiv gepflegt, und Praß führt auch nach seiner Pensionierung die dortige Kölsch-AG fort.

Zahlreiche Gäste verfolgten die Ehrung, unter ihnen die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) überbrachte die Glückwünsche der Stadt und lobte Praß für seine großartige Leistung, die Kinder seiner Schule mit viel Herzblut für die kölsche Tradition zu begeistern. Für den Fall, dass es in Düsseldorf einmal langweilig werden sollte, empfahl sie der Schulministerin, Bruno Praß einmal mit seinen Kindern einzuladen: "Die singen dann ein Ständchen und bringen Stimmung in den Laden."

Mit fröhlichem Gesang begleiteten die Mädchen und Jungen der Kölsch-AG und Stefan Dahm, das starke Nachwuchs-Talent im Kölner Karneval, die Preisverleihung. In ihrer Laudatio erinnerte die Journalistin und Moderatorin Monika Salchert an viele gemeinsame Erlebnisse mit Praß, an verpatzte Radiomoderationen zu Karneval und daran, dass der gebürtige Westfale ja eigentlich Pastor werden sollte. Aktuell unterrichtet der vor drei Jahren pensionierte Pädagoge nun wieder an seiner alten Schule am Zugweg. Wegen des Lehrermangels und weil "hä schläch nä sage kann", witzelte Salchert....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta