Sie setzt sich gegen Beschneidung ein - Fadumo Korn im Landtag ausgezeichnet: "Das hat Signalwirkung!"

Bettina Funk

Am Freitag ist die Münchnerin im Landtag mit dem Ellen-Ammann-Preis ausgezeichnet worden. Seit Jahren setzt sie sich gegen Beschneidung von Mädchen ein.

Bis sie sieben Jahre alt wurde, war Fadumo Korn ein glückliches Mädchen. Mit ihrer Familie und dem Vieh zog sie als Nomadin durch Somalia. Doch dann änderte sich alles. Sie wurde beschnitten. "Genitalbeschneidung ist Mordversuch", sagt Fadumo Korn wütend. Ihre eigene Mutter und ihre Tante hielten sie währenddessen fest. Nach der Beschneidung entzündete sich die Wunde jedoch. Urin und Blut konnten aus der kleinen Öffnung, die man gelassen hatte, nicht richtig abfließen.

Wochenlang rang sie mit dem Tod – und bezwang ihn. Weil sie das Nomadenleben ihrer Familie danach nicht mehr weiterführen konnte, schickte man sie zu einem Onkel nach Mogadischu und weil sie nicht gesund wurde, kam sie nach Italien und schließlich nach Deutschland. Seit 1979 lebt sie nun in München. Hier lernte sie auch ihren Mann Walter Korn kennen. Mittlerweile hat sie einen Sohn und arbeitet als Dolmetscherin. Und sie kämpft gegen Genitalbeschneidungen bei Mädchen. "Ich stehe auf, ich mische mich ein", sagt die 53-Jährige über sich selbst.

Sie ist sowohl Kummertante wie Ersatzmama

Vor fünf Jahren gründete die gebürtige Somalierin den Verein Nala. In München hat der Verein eine Gruppe für Flüchtlingsmädchen gegründet. "Die Mädchen haben alles hier in Deutschland", sagt Korn. "Sie gehen in die Schule und sie wohnen in Häusern, aber sie haben keine Orientierung." Fadumo Korn bezeichnet sich selbst als eine "Kummertante" und Ersatzmama für die Mädchen verschiedenster Herkunft.
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