Serie „Schule in Not“: Der Notstand in Köln ist hausgemacht – ein Kommentar

Die Verantwortlichen haben die Zustände über Jahrzehnte hingenommen.

Defekte Heizungen, Bettlaken als Vorhänge, lebensgefährliche Elektroinstallationen, verkeimte Wasserleitungen – solche und ähnliche Zustände mutet die Stadt Köln nicht nur Tausenden Lehrern zu, deren Arbeitsplatz die städtischen Schulen sind.

Nein, die Verantwortlichen haben über Jahrzehnte hingenommen, dass Kölner Schüler unter unwürdigen Bedingungen lernen müssen, weil die nötigen Sanierungen schlicht unterlassen und Neubauten einfach nicht geplant wurden. Verwaltungsirrsinn, Ignoranz, politische Fehlentscheidungen und leere Kassen haben in fataler Mischung dazu geführt, dass die Verantwortlichen nun vor einer nahezu unlösbaren Situation stehen.

Bei der Recherche zur Serie „Schule in Not“ war häufig zu hören, dass die Situation noch viel schlimmer sei als offiziell eingeräumt. Es ist vor allem dem großen Engagement der Lehrer und der Schulleitungen, der Eltern und natürlich der Schüler selbst zu verdanken, dass ein geregelter Schulbetrieb überhaupt möglich ist.

Unendlich viel Geduld und Leidensfähigkeit nötig

Wenn selbst der Austausch einer defekten Glühbirne im Klassenraum zum Verwaltungsvorgang wird, der sich schon mal über sieben Wochen hinziehen kann, dann braucht es unendlich viel Geduld und Leidensfähigkeit bei allen Beteiligten.

Doch auch die Politiker im Stadtrat und in den Bezirken haben ihren Anteil an der Situation. Da werden Grundstücke, die für eine neue Schule geeignet sind, kurzerhand verweigert oder dringende, entscheidungsreife Sanierungspläne aus rein parteitaktischen Gründen noch einmal in die Überprüfung geschickt.

Nun ist nicht die Stadt alleine für die Misere verantwortlich. Alleine das Geflecht der Zuständigen zwischen der Kommune, der Bezirksregierung und dem Schulministerium in Düsseldorf hat fast kafkaeske Ausmaße. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat genau hingeschaut, was in den Kölner Schulen los ist.

Wir brauchen Ihre Hilfe: Welche Erfahrungen mit Missständen haben Sie als Eltern, Schüler, Lehrer oder Beteiligte an Kölner Schulen gemacht? Schicken Sie Ihren Erfahrungsbericht – Texte oder Bilder – per Mail an ksta-koeln@dumont.de....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta