Serie A reagiert auf Verhöhnung von Anne Frank

Anhänger von Lazio Rom haben kürzlich Holocaust-Opfer Anne Frank verhöhnt. Die italienische Serie A reagiert auf den noch immer bestehenden Antisemitismus.

Spieler von Lazio besuchen eine jüdische Synagoge

Anne Frank schrieb in ihrer Jugend eines der bis heute bekanntesten und herzergreifendsten Bücher der Welt. Die damals 15-Jährige beschrieb ihre Tage während der Jugendverfolgung, ehe sie im März 1945 im KZ Bergen-Belsen verstarb.

Am 9. Spieltag der Serie A wurden in der Rivalität zwischen Lazio und AS Rom erneut Grenzen weit überschritten. Zentraler Bestandteil: Eine Verhöhnung von Anne Frank. Sie wurde per Bildbearbeitung in ein Roma-Trikot gesteckt und auf Sticker gedruckt.

Sticker im Olympiastadion

Diese Sticker wurden auf den Rängen des Olympiastadions von Rom verteilt und mit zahlreichen Beschimpfungen versehen. Lazio-Fans nutzten dazu das Spiel gegen Cagliari (3:0) und sorgen somit europaweit einmal mehr für negatives Aufsehen.

Während die Vorfälle im euroäpischen Parlament noch diskutiert werden, hat die Serie A ihre Maßnahmen bereits beschlossen. Am kommenden Spieltag soll vor jeder Partie eine Art Schweigeminute abgehalten werden.


Lazio-Spieler besuchen Synagoge

Den Opfern des Holocaust soll gedacht werden. Parallel wird eine noch nicht bekannte Passage aus dem Werk von Anne Frank vorgelesen, um die Fans für das Thema zu sensibilisieren. Inwiefern das seine Wirkung entfaltet, ist fraglich.

Nicht zum ersten Mal zeigte ein Teil der Lazio-Fans seinen Antisemitismus. Im November 1998 beispielsweise hielten sie im Derby ein Plakat in die Höhe: “Auschwitz ist eurer Heimatland. Die Öfen sind eure Häuser.”

Lazio Rom reagierte selbst bereits auf die Vorkommnisse. Spieler und Verantwortliche besuchten eine Synagoge in Rom und hinterlegten Blumen an einer Gedenkstätte.