Serie: Der Macht- und Familienmensch Helmut Kohl

Trügerische Idylle: Helmut Kohl mit Ehefrau Hannelore und seinen Söhnen Peter (r) und Walter (l) 1975 im Sommerurlaub in Österreich

Berlin.  Am 16. Dezember 1999 stürzt sich Helmut Kohl selbst vom Sockel. Dabei sind bis zu diesem Tag auch die persönlichen Wunden nach Wahlniederlage und Ende der 16-jährigen Kanzlerschaft geheilt, im ZDF-"Politbarometer" erhält er Zustimmungswerte, wie er sie als Regierungschef nie kannte, als Ehrenvorsitzender mischt er sich zum Verdruss der neuen Parteiführung unter dem Vorsitzenden Wolfgang Schäuble und der Generalsekretärin Angela Merkel mit kräftigen Meinungsbeiträgen wieder in die aktuelle Politik ein, die ihm bislang wenig wohlgesinnten und von ihm verachteten "Hamburger Medien" (Spiegel, Stern, Zeit) haben ihren Frieden mit ihm gemacht. Kurz: Der abgehalfterte Kanzler ist wieder zum alten Schlachtross mutiert. Damit ist am Abend jenes 16. Dezember Schluss.

Vom Einheitsmacher zur Persona non grata

In der ZDF-Sendung "Was nun, Herr Kohl?" räumt der im Zusammenhang mit der ein paar Wochen zuvor bekannt gewordenen CDU-Spendenaffäre von sich aus ein, selbst Spenden entgegengenommen zu haben, ohne diese zu deklarieren, wie es das Parteiengesetz vorschreibt. Es handelt sich um 2,1 Millionen Euro, die Kohl zwischen 1993 und 1998 für die Partei von befreundeten Privatpersonen bekommen haben will. Besonders empört, dass er sich strikt weigert, die Namen der vermeintlichen Spender zu nennen. Er begründet dies bis ans Lebensende damit, dass er sein Ehrenwort gegeben habe, zu schweigen. Das passt zu Kohls Vorstellung von Loyalität, macht ihn aber auch in der eigenen Partei zur Persona non ...

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