Sergio Perez Vierter in der WM: "Haben uns dieses Resultat verdient"

Maria Reyer
·Lesedauer: 3 Min.

Sergio Perez rettete am Sonntag Platz zwei im Grand Prix der Türkei auf der letzten Rille ins Ziel. Der Mexikaner musste seit seinem letzten Podestplatz 932 Tage auf diesen Moment warten. Eine Genugtuung nach seinem Rauswurf bei Racing Point und den Rückschlägen in den vergangenen Rennen. "Das haben wir verdient!"

Das Podium bedeute ihm "sehr viel, speziell nach dem letzten Rennen, wo wir es aufgrund der Strategie verpasst haben", erinnert sich Perez. In Imola lag der Mexikaner bereits auf Kurs zu einem Spitzenplatz, als seine Mannschaft ihn erneut zum Boxenstopp reinholte - eine Fehlentscheidung.

"Wir waren schon in Österreich im zweiten Rennen nahe dran und in Imola. Das ist ein großartiges Ergebnis für das Team." Insgesamt durfte der Routinier in Istanbul sein neuntes Karrierepodium feiern, ein wichtiges Lebenszeichen auch für seine Zukunft, die noch nicht entschieden ist.

"Ich denke, ich fahre bislang eine gute Saison, aber in der Formel 1 hängt sehr viel vom Potenzial des Autos ab. Ich hatte auch in der Vergangenheit schon gute Jahre, hatte aber kein so gutes Auto." Er reihte sich ein paar Mal als Siebter oder Achter hinter den Piloten der Topteams in der Fahrer-Weltmeisterschaft ein.

In dieser Saison ist Perez nach 14 von 17 Rennen hingegen auf WM-Platz vier zu finden. Mit 100 Zählern liegt er drei Punkte vor Ferrari-Pilot Charles Leclerc und 70 hinter Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Bis auf seinen Corona-bedingten Ausfall in Großbritannien konnte er immer in die Punkteränge fahren.

"Derzeit bin ich in sehr guter Form in meiner Karriere, wenn nicht gar am Zenit." Das betreffe vor allem seine Erfahrung, sein Verständnis für das Auto und auch die Kommunikation mit dem Team. "Ich bin schon recht lange in dem Team, das hilft mir."

Er hofft, dass das Türkei-Podium genügend Aufwind gibt für die letzten Rennen. "Wir waren so nahe dran, alles zu verlieren, weil die Ferraris so stark zurückgekommen sind. Es war eine große Herausforderung, auf den Reifen durchzuhalten. Es war Zeit für uns, das Rennen zu beenden."

Denn am Schluss konnte er sich zwar noch gegen eine Attacke von Charles Leclerc wehren, jedoch nur mit aller Mühe Platz zwei ins Ziel retten. Auch weil er spontan auf eine Einstoppstrategie wechselte. "Ich habe erfahren, dass mein Teamkollege mit den neuen Reifen sofort Graining bekommen hatte."

<span class="copyright">Charles Coates / Motorsport Images</span>
Charles Coates / Motorsport Images

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Deshalb blieb Perez auf der Strecke. "Dann sind wir einfach mit dem Reifensatz zu Ende gefahren." Zuvor musste er sich zunächst hinter Teamkollegen Lance Stroll an der Spitze einreihen. "Ich bin ein bisschen festgesteckt."

Nach dem Boxenstopp habe er Probleme auf dem Intermediate bekommen, weil der Reifen ebenso zu körnen begann. "Danach konnte ich es aber kontrollieren. Als er an die Box ging, habe ich ebenso darüber nachgedacht, weil meine Reifen schon sehr abgenutzt waren."

Am Ende hat ihm die Einstoppstrategie jedoch das Podium gebracht. An eine Teamorder bei Racing Point habe er außerdem nie gedacht. "Wir liegen im Kampf um WM-Platz drei, das zählt für uns. Daher wollten wir so weit vorn wie nur irgendwie möglich landen."

Mit seinen 20 Punkten konnte sich Racing Point in der Team-Wertung nun ein wenig von McLaren und Renault absetzen. Fünf Punkte Vorsprung hat das Team auf die Briten, 18 Punkte auf Renault.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.