Serena Williams kritisiert Abnehmwahn bei frischgebackenen Müttern

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Zehn Monate nach der Geburt ihrer Tochter stand Williams gegen Angelique Kerber im Wimbledon-Finale. (Bild: Andrew Couldridge, Pool via AP Photo)

Gerade erst stand sie im Wimbledon-Finale, ihre Vor-Schwangerschaftsfigur hat Serena Williams jedoch noch nicht wieder erreicht. Und das ist ihrer Meinung nach vollkommen in Ordnung.

Der Tennisstar hat im Interview mit dem Lifestyle-Magazin „Byrdie“ über die unrealistischen Erwartungen gesprochen, die die Gesellschaft an Frauen hat, die gerade erst ein Baby bekommen haben. Dass sich bereits wenige Wochen nach der Geburt die durch die Schwangerschaft entstandenen überflüssigen Pfunde in Luft auflösen, hält sie weder für normal noch realistisch.


„Ich denke, dass dieses ganze ‚Zurückschnappen’ auf das ursprüngliche Gewicht total überbewertet ist“, berichtet sie. „Ich habe Wimbledon gespielt und habe ein Bäuchlein. Das ist kein Geheimnis, es ist nun mal so. Und ich bin stolz auf meinen Bauch. Er steht mehr hervor als früher, aber ich erhole mich ja immer noch davon, ein Baby bekommen zu haben. Diese ganze Geschichte, dass man ein Baby hat und zwei Tage später zurückkommt und besser aussieht als zuvor – das ist weder richtig, noch natürlich oder glaubwürdig.“

Selbst eine hart trainierende Spitzensportlerin wie Williams ist also nach der Geburt nicht sofort wieder in Spitzenform. Wie sie erklärt, braucht das eben Zeit – bei manchen mehr, bei manchen weniger. Und selbst wenn der Körper nach der Geburt nicht mehr so aussieht wie zuvor, etwa durch Narben oder Dehnungsstreifen, ist das in Ordnung: „Nehmt euren unvollkommen-vollkommenen Körper an, denn er hat einen großartigen Menschen geschaffen“, so die Sportlerin.


Nachdem Serena Williams im September 2017 ihre erste Tochter über einen Notkaiserschnitt zur Welt brachte, hat sie sich immer wieder offen zu den Problemen geäußert, mit denen sich Frauen vor, während und nach der Geburt konfrontiert sehen – vor allem, wenn sie sich nicht die gleiche Behandlung leisten können wie die Sportlerin. So forderte sie unter anderem bessere medizinische Versorgung von schwarzen Frauen sowie Schwangeren und Neugeborenen in Entwicklungsländern. „Jede Mutter, überall, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Herkunft, verdient eine problemlose Schwangerschaft und Geburt“, schreibt sie in einem Essay für „CNN“.