Serbisches Gericht verurteilt vier Männer wegen Brandstiftung in US-Botschaft

Fast zehn Jahre nach der Brandstiftung in der US-Botschaft bei Massenprotesten in Belgrad hat ein serbisches Gericht vier Männer zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt. Das Gericht sprach die Angeklagten am Dienstag wegen Gefährdung der allgemeinen Sicherheit schuldig. Im Februar 2008 hatten vermummte Jugendliche bei einer Demonstration gegen die drei Tage zuvor erklärte Unabhängigkeit des Kosovo Fackeln auf die US-Botschaft geworfen, in der sich zu diesem Zeitpunkt kein Personal aufhielt.

Die USA gehörten zu den ersten Ländern, welche die Unabhängigkeit der ehemaligen südserbischen Provinz Kosovo anerkannten. Der Brand in der US-Vertretung konnte nach einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden. Bei den Protesten waren auch die deutsche, die belgische und die britische Botschaft angegriffen worden.

Der damalige serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica hatte zu den Protesten aufgerufen, an denen sich hunderttausende Menschen beteiligt hatten. Mehr als 90 Menschen wurden verletzt. Im Juli wurden Verfahren gegen fünf Polizisten eröffnet, weil diese laut Anklage gegen die Brandstifter nicht einschritten.

Die Regierung in Belgrad betrachtet das Kosovo weiter als abtrünnige Provinz und wird darin von Russland unterstützt. Mehr als 110 Länder weltweit, darunter die meisten EU-Staaten, erkennen die Unabhängigkeit dagegen an.