Serbien zwischen Russland und dem Westen

Das amerikanisch-serbische Militärmanöver Double Eagle. 120 Fallschirmspringer, 60 aus Serbien, 60 aus den USA, springen aus Hercules-Transportfliegern. Das Manöver hat nicht nur militärische sondern auch politische Bedeutung für das Machtgefüge zwischen der Nato, Russland und dem Westbalkan.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sagte: “Serbien ist klar auf EU-Kurs. Und es ist militärisch klar neutral.”

Der Wille, der EU beizutreten, ist da. Gleichzeitig muss Belgrad es schaffen, die Beziehungen zu den USA zu stärken, ohne die russischen Interessen in der Region zu verletzen.

18 Jahre nach dem Kosovokrieg, scheint sich der strategische Fokus Serbiens zu verlagern, auch wenn Präsident Aleksandar Vucic sagt, noch sei nicht der richtige Zeitpunkt für endgültige Positionierungen.

Die Nato wie auch die EU versuchen seit dem Kosovokrieg und dem Sturz von Slobodan Milosevic, Serbien näher an sich zu ziehen.

Kyle Scott, US-Botschafter in Serbien: “Serbien ist ein sehr wichtiges Land für die Stabilität in der Region. Es spielt eine wichtige Rolle und kann ein Stabilitätsanker sein. Wir müssen also weiter mit den Serben arbeiten und unsere Probleme aus der Vergangenheit überwinden.”

Belgrad hat die Unabhängigkeit des Kosovos nicht anerkannt. Der Westen will aber, dass Belgrad sein Verhältnis zu Pristina verbessert.

Vucic: “Hoffentlich werden sie in Pristina zumindest einen Teil dessen umsetzen, was sie vor viereinhalb Jahren in Brüssel unterzeichnet haben.”

Serbien hofft, dass die USA die Kosovaren zu einem stückweisen Einlenken bringen, während die EU als wichtiger Vermittler im Konflikt zwischen Belgrad und Pristina fungiert.